Investoren bemängeln geringe Liquidität Hedge-Fonds entdecken Handel mit Emissionsrechten

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Wegen der Zurückhaltung der USA beschränkt sich der Emissionshandel meist auf Europa. Seit Beginn des offiziellen Handels am 1. Januar wurden bis Ende Juli an den Emissionshandelsmärkten rund 108 Mill. Tonnen Kohlendioxid-Emissionsrechte gehandelt. Das Gros des Handels – rund 58 Prozent - wurde über den Freiverkehr (OTC) abgewickelt. In diesem Marktsegment waren bereits viele Monate vor dem offiziellen Start des Handels Terminmarkt-Transaktionen abgewickelt worden. Die fünf großen europäischen Emissionsbörsen, an denen CO2-Emissionsrechte gehandelt werden, haben in letzter Zeit jedoch deutlich Boden gut gemacht. Mit einem Anteil von 73 Prozent am CO2-Börsengeschäft ist die European Climate Exchange in Amsterdam mit einem gehandelten Volumen von 18,9 Mill. Tonnen eindeutig Marktführer. In Chicago beispielsweise wird nur ein Bruchteil davon gehandelt. Große Hoffnungen auf eine Stärkung der Marktposition hegt allerdings die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig, die Anfang August mit dem kontinuierlichen Handel von CO2-Emissionszertifikaten begonnen hat. Vorher, von März bis Juli, wurden dort Zertifikate für knapp 0,8 Mill. Tonnen gehandelt. „Das wird uns nach vorne bringen“, sagt EEX-Vorstand Bernd Menzel dem Handelsblatt. Banken und Hedge-Fonds beklagen allerdings, dass die geringe Liquidität dieses jungen Marktes derzeit zu stark aufgesplittet werde, was einen noch effizienteren Handel verhindere. „Es gibt für einen so kleinen Markt zu viele Handelsplattformen“, sagt RMF-Manager Blunschi.

Experten rechnen damit, dass sich das Emissionshandelsgeschäft in nächster Zeit weiter beleben wird, wenn die osteuropäischen Staaten ihre organisatorischen Probleme in den Griff bekommen haben und startklar sind. „Dann könnten die Preise wegen des wahrscheinlich zunehmenden Angebots an Emissionsrechten wieder etwas abbröckeln“, sagt Jörg Doppelfeld von der Hypo-Vereinsbank.

Die Preise in Europa seien „erstaunlich hoch“, sagen Lars Mähl und Michael Lange von Energy & Commodity Services in München. Die Geschäftsführer dieser Tochter der Bayerischen Landesbank begründen den Anstieg unter anderem damit, dass die Wirtschaft vor dem Hintergrund rekordhoher Öl- und Gaspreise verstärkt auch auf den Energieträger Kohle gesetzt hat, der einen hohen CO2-Ausstoß verursacht. Einen weiteren Grund für die in den vergangenen Monaten sehr schwankungsanfälligen Preise sieht Armin Sandhövel von der Dresdner Bank vor allem in den Strukturen des noch jungen Marktes. „Es ist sehr viel Psychologie in diesem noch jungen Markt, so dass Angebot und Nachfrage von Emissionsrechten stark wechseln.“

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