Israel US-Investor steigt bei Bank Leumi ein

Im traditionsreichsten Finanzhaus Israels, der Bank Leumi, geben künftig amerikanische Manager den Ton an. Ein US-Konsortium hat vom Staat zehn Prozent der Aktien sowie eine Kaufoption auf weitere zehn Prozent erworben. Käufer ist der Investor Barnea Investments, der aus den US-Beteiligungsfirmen Cerberus Capital Management sowie Gabriel Capital besteht.
  • Pierre Heumann
Chronik der Bank Leumi. Klicken Sie zur Vergrößerung auf die Lupe.

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TEL AVIV. Der Verlust der Kontrolle über die Bank Leumi, die Hausbank der zionistischen Bewegung, ist für Israel ein historischer Einschnitt, gehen die Anfänge des Institutes doch auf den Vater des politischen Zionismus, den Wiener Theodor Herzl, zurück.

Die Kontrollmehrheit der zweitgrößten Bank Israels – der Rest der Aktien befindet sich im Streubesitz – lassen sich die US-Investoren, die als Sieger aus einem Bieterwettbewerb hervorgingen, einiges kosten. Sie bezahlen pro Aktie 17,5 Schekel, obwohl die Aktie am Montag bei lediglich 15 Schekel gehandelt wurde. Das ist ein Aufschlag von 16 Prozent. Sollte das Konsortium vom Optionsrecht Gebrauch machen, wird es für die 20 Prozent der Bank umgerechnet rund 800 Mill. Dollar zahlen. Geboten haben unter anderem auch die Deutsche Bank, die auch schon vorher Anteile hielt, die Schweizer UBS, die Citigroup und der US-Geschäftsmann Bill Davidson.

„Der Preis übertrifft unsere Erwartungen deutlich“, sagte Finanzminister Ehud Olmert am Mittwoch. Olmert will mit dem Erlös einen Teil der Staatsschuld abtragen. Die Prämie von 16 Prozent löste auch in Tel Aviver Finanzkreisen Erstaunen aus. Analysten vermuten, dass die Anteilsscheine in ein bis zwei Jahren wieder den Besitzer wechseln könnten, falls sich die Investition für das Konsortium bis dahin nicht gelohnt hat. Der Cerberus-Beteiligungsfonds gehört mit einem verwalteten Vermögen von 16 Mrd. Dollar zu den größten der Welt.

Die Aktiva der Leumi-Gruppe belaufen sich auf 57,6 Mrd. Dollar. Zur Gruppe gehören unter anderem auch Tochtergesellschaften in den USA, der Schweiz und Großbritannien. Das Institut ist in den vergangenen Monaten wiederholt mit positiven Abschlüssen aufgefallen. Der Reingewinn stieg in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gegenüber der Vorjahresperiode um 13 Prozent, nachdem er 2004 um 63 Prozent und 2003 um 17 Prozent gestiegen war. Im ersten Halbjahr 2005 betrug der Nettogewinn 241 Mill. Dollar. Die guten Ergebnisse sind Folge von ernormen Kostensenkungen.

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