Italiener räumen auf 14 Milliarden Verlust für Unicredit

Im vergangenen Jahr hat die italienische Großbank Unicredit wegen Abschreibungen auf Firmenwerte rote Zahlen geschrieben. Analysten erwarteten die Sonderlasten offenbar nicht. Dieses Jahr soll es wieder aufwärts gehen.
Update: 11.03.2014 - 17:05 Uhr 1 Kommentar
Die UniCredit in Mailand. Einige Verbraucher und Firmen können ihre Schulden bei der Bank derzeit nicht zurückzahlen. Quelle: Reuters

Die UniCredit in Mailand. Einige Verbraucher und Firmen können ihre Schulden bei der Bank derzeit nicht zurückzahlen.

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MailandDer bevorstehende EZB-Stresstest für Banken zeigt schon jetzt Wirkung: Die italienische Unicredit räumt ihre Bilanz massiv auf und muss deswegen für 2013 einen Verlust von 14 Milliarden Euro verkraften, wie das Institut am Dienstag in Mailand mitteilte. An der Börse wurde trotz des immensen Verlusts honoriert, dass sich die Bank damit fit für den EZB-Test macht. Unicredit-Aktien verteuerten sich am Dienstag um sechs Prozent, auch weil das Management keinen Bedarf sieht, frisches Kapital aufzunehmen.

Bankchef Federico Ghizzoni sagte, das Management sei zuversichtlich, genug getan zu haben, um grünes Licht von den EZB-Aufsehern zu bekommen. „Wir hätten die Verluste über viele Jahre strecken können, haben uns aber entschieden, es alles in einem Jahr zu buchen.“

Der Verlust geht auf zwei Hauptfaktoren zurück: Einerseits wurden in der Bilanz die Firmenwerte auf Aktivitäten in Italien, Österreich und Osteuropa komplett abgeschrieben. 2005 war die Unicredit mit der Übernahme der Münchner HVB samt ihrer Töchter wie der Bank Austria zu einer Macht in Europa geworden. Andererseits setzen den Mailändern faule Kredite zu. Denn Italien kämpft sich nur mühsam aus der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg heraus. Viele Verbraucher und Firmen können ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Die Rückstellungen für faule Kredite summierten sich bei der Unicredit 2013 auf 13,7 Milliarden Euro. Das ist mehr als drei Mal so viel, wie Analysten erwartet hatten.

Das sind die Bankenflops 2013
Schweizer Bank zahlt 44 Millionen Euro in Fall um Steuerhinterziehung
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Wegelin – Steuerhinterziehung

Steueridyll in den Alpen: Die Schweizer Bank Wegelin zahlte in einem US-Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung insgesamt 57,8 Millionen Dollar (rund 44 Millionen Euro) an Straf- und Entschädigungszahlungen.

Das 1741 gegründete Geldhaus mit Sitz in St. Gallen bekannte sich Anfang Januar 2013 vor einem Gericht in Manhattan schuldig, Dutzenden amerikanischen Bankkunden dabei geholfen zu haben, insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Dollar (907 Millionen Euro) vor dem US-Fiskus zu verstecken. Die Bank stellte das Geschäft im März 2013 ein.

A man slips as he enters the headquarters of Germany's second largest business bank, Commerzbank AG in Frankfurt
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Commerzbank – Steuer-Razzia

Rund 270 Steuerfahnder durchsuchten Anfang Dezember 2013 die Zentrale und mehrere Niederlassungen des zweitgrößten deutschen Geldhauses. Sie vermuten, dass der italienische Versicherungskonzern Generali, mit dem die Commerzbank zusammenarbeitet, deutschen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hat.

Es bestehe der Verdacht, dass der Versicherer Generali Anlegern seit 2006 „in mehr als zweihundert Fällen“ Beihilfe zur Hinterziehung von Einkommensteuer geleistet habe, erklärte die Staatsanwaltschaft Bochum, die auf die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität spezialisiert ist. Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen die Commerzbank selbst, sie ist nur Zeugin.

File photo of Corzine testifying before a House Financial Services Committee Oversight and Investigations Subcommittee hearing on the collapse of MF Global, at the U.S. Capitol in Washington
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MF Global – Veruntreuung

Das auf den Handel mit Finanzderivaten spezialisierte Brokerhaus MF Global spekulierte im großen Stil mit Kundengeldern – und verzockte sich dabei. Im Oktober 2011 beantragte das Handelshaus Gläubigerschutz. Der Vorstandschef und ehemalige Gouverneur von New Jersey, Jon Corzine (Bild), trat im November 2011 zurück. Im Juni 2013 wurde dem Broker noch eine Geldstrafe von 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) aufgebrummt.

An exterior view of the headquarters of Rabobank in Utrecht
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Rabobank – Zinsskandal

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte im Oktober 2013 mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Börse in New York
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Barclays, JP Morgan und Deutsche Bank – Manipulation am Strommarkt

Die US-Energieaufsicht FERC hat gegen die britische Barclays wegen Manipulationen des Energiemarkts ein Bußgeld von 435 Millionen Dollar verhängt. Die US-Großbank JP Morgan erhielt eine Strafe von 410 Millionen Dollar.

Die Aufseher warfen den Instituten vor, dass Händler in Kalifornien und dem Mittleren Westen der USA versucht haben sollen, mit einer nicht ganz sauberen Angebotstaktik die Gewinne nach oben zu treiben. Anfang des Jahres hatte die Deutsche Bank einen ähnlichen Streit mit der FERC mit der Zahlung von 1,5 Millionen Dollar beigelegt.

huGO-BildID: 32501704 (Files) A file picture taken on July 25, 2012 shows the front of the HSBC and Barclays banks at the Canary Wharf district, seen
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HSBC, Barlcays und RBS – Falschberatung

Die britische Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte im August 2013 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Ausgleichszahlungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro. Zu den bestraften Unternehmen zählen Branchengrößen wie Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS). Nach Ansicht der Aufseher haben die Institute unnötige Extra-Versicherungen für Kreditkarten verkauft.

EU fines banks 1.7 billion euros for rate-rigging
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Deutsche Bank – Libor-Skandal

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Die Deutsche Bank war - wie auch die britische RBS - Teil von gleich zwei Händlerringen, die sich zum Vorteil ihrer Institute über verschiedene Referenzsätze abgesprochen haben sollen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) übernimmt bald die Aufsicht über die größten europäischen Geldhäuser und überprüft diese vorher noch auf Herz und Nieren. Am Ende steht ein Stresstest, bei dem die Institute unter Beweis stellen müssen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen wie einer Rezession oder einem Einbruch des Handels noch über genügend Kapitalreserven verfügen. Die Ergebnisse sollen im Oktober publik gemacht werden. Dann wird sich zeigen, wie viele Banken Kapitallücken füllen müssen, die bislang nicht bekannt waren. Die Expertenschätzungen gehen hier weit auseinander und reichen bis zu einem Bedarf von 700 Milliarden Euro.

Von Reuters befragte Analysten hatten die Unicredit-Sonderlasten offenbar nicht erwartet. Denn sie hatten 2013 mit einem Gewinn von gut 916 Millionen Euro gerechnet. Schon dieses Jahr soll es aber wieder aufwärtsgehen. Das Institut kalkuliert mit einem Überschuss von rund zwei Milliarden Euro. Dazu plant das Management, die Kosten zu senken und Beteiligungen zu verkaufen. So dürften bis 2018 rund 8500 von insgesamt gut 148.000 Stellen wegfallen, der Großteil davon in Italien. Die Bank Austria rechnet zudem damit, trotz der politischen Krise ihre ukrainische Tochter innerhalb eines Jahres abstoßen zu können. Der Verkaufsprozess sei gestartet worden und es gebe bereits einen Interessenten, sagte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko in Wien. Zudem soll die Unicredit-Direktbanktochter Fineco 2014 an die Börse gebracht werden.

Die Münchner HVB, bei der das Investmentbanking der Gruppe gebündelt ist, ist seit Jahren eine wichtige Stütze von Unicredit. In den ersten neun Monaten fuhr die HVB einen Vorsteuergewinn von 1,6 Milliarden Euro ein. Die Zahlen für 2013 legt die Bank am Mittwoch vor. Vor einem Jahr hatte die HVB eine Sonderdividende nach Mailand überwiesen, um die Kapitaldecke der Unicredit zu stärken.

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1 Kommentar zu "Italiener räumen auf: 14 Milliarden Verlust für Unicredit"

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  • da wundert es mich nicht wenn sie dann die 500 HVB Filialen dicht machen wollen, die eh´ keiner vermisst, gell?

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