Italienische Bank überrascht
Unicredit-Gewinn übertrifft Erwartungen

Die Unicredit findet wieder in die Spur und kann seine Anleger positiv überraschen. Erstmals seit 2008 hält die Bank wieder wieder weniger faule Kredite und spürt die Konjunkturerholung im Land. Der Aktien-Kurs steigt.
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MailandNach einem Rekordverlust hat die größte italienische Bank Unicredit zu Jahresbeginn wieder Fuß gefasst. Der Nettogewinn kletterte im ersten Quartal um 59 Prozent auf 712 Millionen Euro, wie die Mutter der Münchner Hypo-Vereinsbank am Montag mitteilte. Damit wurden die Analystenschätzungen von durchschnittlich 550 Millionen Euro deutlich übertroffen.

Das Mailänder Geldhaus profitierte davon, dass es erstmals seit 2008 wieder weniger faule Kredite gab - hier spiegelt sich die konjunkturelle Erholung des Landes wider. Dementsprechend sanken auch die Rückstellungen für Ausfälle im Kreditgeschäft. Deshalb blicke die Bank mit Zuversicht in die Zukunft und auch auf den EZB-Stresstest, sagte Vorstandschef Federico Ghizzoni. Im Heimatmarkt legte die Zahl der neu ausgereichten Darlehen um fast zwei Drittel zu. In den Jahren zuvor hatten viele Geldhäuser nur selektiv neue Kredite vergeben und auch die Nachfrage der Kunden war wegen der Rezession im Land gering.

Die Bilanz ermutigte auch die Anleger: Unicredit-Aktien verteuerten sich um mehr als drei Prozent.

Die Bank hatte 2013 einen Rekordverlust von 14 Milliarden Euro hinnehmen müssen – wegen hoher Abschreibungen und zusätzlicher Vorsorge für faule Kredite. Dies wurde als Bilanzsäuberung vor dem anstehenden Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) gewertet. Viele Geldhäuser, vor allem in Südeuropa, müssen noch Löcher in den Bilanzen stopfen. Dieses Jahr soll es aber wieder aufwärtsgehen: Das Institut kalkuliert mit einem Gewinn von rund zwei Milliarden Euro.

Unicredit ist das erste italienische Institut, das Zahlen für das Auftaktquartal vorlegt. Rivalen wie Intesa folgen noch diese Woche. Vor allem mehrere kleinere Banken des Landes straucheln und haben großen Kapitalbedarf. Aber auch die Unicredit befindet sich seit Jahren im Umbau. Bis 2018 sollen 8500 Arbeitsplätze wegfallen – sechs Prozent der Belegschaft. Die HVB streicht ihr Filialnetz massiv zusammen, was ebenfalls zu einem Stellenabbau führt.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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