Italienische Bankenkrise
Monte Paschi steht offenbar vor Kapitalerhöhung

Die italienische Großbank Monte Maschi steht offenbar vor einer Kapitalerhöhung und dem Verkauf notleidender Kredite. Insgesamt 25 bis 30 Milliarden Euro könnten an den neuen Rettungsfonds Atlante 2 abgestoßen werden.

RomDie Banca Monte dei Paschi di Siena SpA beeilt sich offenbar, den Verkauf von notleidenden Krediten an einen von Italien aufgestellten Fonds und eine Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Euro voranzutreiben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist.

Die älteste Bank der Welt befindet sich den Informationen zufolge in Gesprächen, um Problemkredite in Höhe von 25 bis 30 Milliarden Euro an einen neuen Fonds zu verkaufen, Atlante 2, den Italien aus einem Pool privater Investoren bildet. Die Bank will daneben ohne staatliche Unterstützung Aktien platzieren, um das Kapitaldefizit auszugleichen, das aus der Kreditveräußerung entstünde, hieß es weiter. Es gebe bereits Kontakte zu Investmentbanken, um die Kapitalerhöhung zu begleiten.

Während das Institut die Last der faulen Kredite durch private Mittel erleichtern will, befindet sich Italien in Gesprächen mit der Europäischen Kommission, um die Rekapitalisierung der Bank zu unterstützen und die Verluste für die Gläubiger zu minimieren, war aus unterrichteten Kreisen verlautet. Eine Einigung, wie man den Banken helfen sollte, „könnte immer noch kurz bevorstehen“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag.

Monte Paschi, Italiens drittgrößtes Kreditinstitut, wird von vielen sich verschlechternden Krediten niedergedrückt, da sich Italien in der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg befindet und Unternehmen wie Haushalte Probleme haben, ihre Kredite zurückzuzahlen. Die Europäische Zentralbank hatte das Institut kürzlich aufgefordert, notleidende Kredite im Volumen von mehr als 14 Milliarden Euro über drei Jahre abzuschreiben, davon sind 10 Milliarden Euro noch nicht wertberichtigt.

Ein Sprecher von Monte Paschi wollte keine Stellungnahme abgeben. CEO Fabrizio Viola und Chairman Massimo Tononi hatten sich am 15. Juli mit der EZB getroffen, um die Sanierungsmaßnahmen zu umreißen, berichtete die Wirtschaftstageszeitung „Il Sole 24 Ore“ tags darauf.

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