Italienische Großbank
Allianz mit Milliarden in UniCredit verstrickt

Die Allianz hält rund acht Milliarden Euro an der UniCredit, berichten Medien. Die italienische Großbank wurde erst kürzlich von der Ratingagentur Moody's zurückgestuft.
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FrankfurtDer Münchener Versicherer Allianz hat bei der italienischen Großbank UniCredit rund acht Milliarden Euro im Feuer. Die von der italienischen Zeitung „MF“ genannte Summe dürfte in etwa stimmen, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Enrico Cucchiani der Wochenzeitung „MilanoFinanza“. Die Allianz hält 2,04 Prozent an UniCredit.

Falls die größte italienische Bank eine Kapitalerhöhung durchführe, werde Allianz dann eingehend prüfen, ob es sich an dieser beteilige, sagte Cucchiani, der auch dem UniCredit-Verwaltungsrat angehört.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise drängen die Euro-Länder die Banken dazu, sich frisches Kapital zu besorgen. Notfalls müssten die Banken zwangskapitalisiert werden, argumentieren sie.

UniCredit hat anders als die anderen großen italienischen Banken in diesem Jahr noch keine Kapitalerhöhung ausgeführt, während sich die Konkurrenten elf Milliarden Euro bei ihren Aktionären besorgt haben. UniCredit-Chef Federico Ghizzoni will in rund einem Monat den neuen Geschäftsplan der Bank vorstellen. Falls eine Kapitalerhöhung anstehen sollte, werde sie dann bekanntgegeben, hatte Ghizzoni angekündigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Andre: Was heißt hier "nicht mehr". Ich habe noch nie eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen. Um zu erkennen, daß das alles Hokuspokus ist, muß man allerdings "rechnen" können und sich mit Details auseinandersetzen. Die Renditen von Kapital-Lebensversicherungen stehen meistens in keinem Verhältnis zum Risiko. Der einzige Vorteil in der Vergangenheit war ihre steuerliche Vorzugsbehandlung. Damit ist es allerdings vorbei. Die Frage in welchem Umfang die Allianz bei der Unicredit engagiert ist, ist allerdings für Aktionäre der Allianz sowie ganz allgemein von volkswirtschaftlichem (politischem) Interesse. Also nicht immer nur den eigenen Mikrokosmos sehen!

  • Die Details sind ohnehin weniger interessant. Ich habe bereits Mitte letzten Jahres meine Lebensversicherung bei der Allianz gekündigt und bin mit einem guten Schnitt rausgekommen. Ob das heute auch noch so glatt laufen würde, wage ich zu bezweifeln. Wenn man aus Versicherungsverträgen noch ohne Verlust herauskommt, ist man gut beraten, dies so schnell wie möglich zu tun.
    Wenn Italien kippt, kippt die Allianz mit. Natürlich wird uns gesagt, die Italiener werden ihre horrenden Schulden brav bezahlen. Und was ist, wenn in Italien das Volk auf die Barrikaden geht, wenn Populisten die Macht ergreifen und die Zahlungen einfach einstellen, so wie in Argentinien oder Ecuador vor gar nicht allzu langer Zeit geschehen?
    Warum soll man als Kleinverdiener dieses Risiko eingehen? Man fühlt sich jedenfalls deutlich wohler, wenn man mit seinem Geld nicht mehr am Schicksal der Allianz verbandelt ist!






  • @leser2003: Sie haben vollkommen Recht! Der Artikel zeigt wieder einmal wie unkritisch deutscher Journalismus ist. Man kann leider auch beim HB einfach nicht mit Zahlen umgehen. Also: Die Marktkapitalisierung der Unicredit beträgt ca. 18 Mrd. €. Der Buchwert (Eigenkapital) der Gesellschaft beträgt ca. 64 Mrd. €. Die Verbindlichkeiten betragen ca. 860 Mrd.€. Erste Frage: Was heißt "beteiligt"? Hält die Allianz Aktien - so legt es der Artikel nahe - oder Anleihen von Unicredit. In Bezug auf das Aktienkapital kommen zwei Prozent weder im Hinblick auf den Markt- noch auf den Buchwert hin. Die Rechnung geht aber auch im Hinblick auf die Schulden nicht auf. Besteht die Beteiligung aus einem Mixtum aus beidem? Ich glaube die Banker und Jounalisten haben total den Überblick verloren. Rechnen ist auch so schwer! Und sie haben es außerdem nie gelernt! Und überhaupt: Was hat Finanzwirtschaft mit "Mathematik" zu tun? Labern auf diversen "Gipfeln" und "Management-Meetings" reicht doch voll und ganz!

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