Italienische Großbank fädelte fragwürdige Operationen für Parmalat ein: Capitalia wird zum Sündenbock

Italienische Großbank fädelte fragwürdige Operationen für Parmalat ein
Capitalia wird zum Sündenbock

Bei der Suche nach den Schuldigen für das Parmalat-Desaster rückt immer stärker die Bank Capitalia und ihr Präsident Cesare Geronzi in den Mittelpunkt des Interesses.

HB/mab MAILAND. Die frühere Banca di Roma ist mit Krediten von 393 Mill. Euro nicht nur der größte einheimische Gläubiger des Konzerns, sondern fädelte für Parmalat auch einige fragwürdige Operationen ein. So hat Parmalat 1999 unter Regie der viertgrößten Bank Italiens vom inzwischen pleite gegangenen Konkurrenten Cirio für den überzogenen Preis von 170 Mill. Euro den Milchvermarkter Eurolat übernommen. Eurolat hat nie Gewinn erzielt und meldete gestern Konkurs an.

Im Gegenzug hat der Cirio-Boss Sergio Cragnotti dem Parmalat- Gründer Calisto Tanzi bei den wirtschaftlichen Problemen seines Fußballclubs AC Parma unter die Arme gegriffen: Für sehr hohe Summen kaufte dessen Verein Lazio Rom zwei der Top-Stars von Parma. Auch hinter diesem Deal steckte Bankenchef Geronzi. Wie eng dessen Beziehungen zu dem Pleite-Unternehmer waren, wird durch Parmalats Erwerb eines 1,5 %- Anteils an der Capitalia-Tochter MCC vor zwei Jahren deutlich. Zudem sitzt Tanzi im Verwaltungsrat von Capitalia.

Nachdem gegen Geronzi bereits wegen des Cirio-Skandals Ermittlungen eingeleitet worden sind, drohen ihm nun auch im Fall Parmalat unangenehme Fragen. Er soll demnächst erstmals verhört werden.

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