Italienische Großbank
Unicredit erwartet schwieriges Jahr

Für die italienische Großbank Unicredit gehen die Herausforderungen weiter: Auch 2013 muss sie sich auf ein schwieriges Jahr einstellen. Eine Kapitalspritze für ihre Tochter Bank Austria stehe bereit.
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WienDie italienische Großbank Unicredit stellt sich auch im laufenden Jahr auf Herausforderungen ein. „2013 ist noch ein schwieriges Jahr, aber ich denke, dass wir in der zweiten Jahreshälfte Unterstützung durch die Wirtschaftsentwicklung bekommen“, sagte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni am Mittwochabend in Wien. Das Institut erwarte eine Erholung in Deutschland, Italien, Österreich und Westeuropa. Zudem wüchsen wichtige Märkte in Osteuropa wie Russland, die Türkei, Tschechien und Polen immer noch deutlich. Daher werde sich Unicredit auch 2013 gut schlagen.

Obwohl das Geschäftsumfeld in einigen Ländern in Zentral- und Osteuropa schwierig sei, plane das Institut derzeit keinen Rückzug. Dies gelte auch für die Ukraine, Rumänien und Bulgarien, wo die kriselnde Wirtschaft den Konsum und damit Bankgeschäfte bremst. Vor wenigen Wochen hatte Unicredit den Verkauf ihrer Tochter ATF in Kasachstan an einen lokalen Investor angekündigt.

Ihr Osteuropa-Geschäft steuert die Bankengruppe über die österreichische Tochter Bank Austria. Diese benötigt demnächst eine Geldspritze der italienischen Mutter - um das Wachstum in Osteuropa aufrechtzuerhalten, wie Ghizzoni betonte. „Wenn die Bank Austria Kapital benötigt, steht die Gruppe bereit, um sie zu unterstützen.“ Zentral- und Osteuropa sei einer der Kernmärkte für Unicredit. Es sei daher selbstverständlich, dass die Mutter der Tochter beispringe. Die Details der Geldspritze würden noch im laufenden zweiten Quartal verhandelt, sagte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko.

Ein Teil des Geldes könnte indirekt auch von der deutschen Schwesterbank HVB kommen. Sie hatte zuletzt neben der regulären Ausschüttung von 1,5 Milliarden Euro auch noch eine Sonderdividende von einer Milliarde Euro an die Mutter in Mailand überwiesen. „Wir sind extrem zufrieden mit den Ergebnissen in Deutschland“, sagte Ghizzoni. Eine weitere Sonderzahlung aus dem immer noch dicken Kapitalpolster der HVB sei derzeit nicht geplant. Ebenso stehe ein Verkauf der HVB - der gerüchteweise immer wieder ins Spiel gebracht wird - nicht auf der Agenda. „Die HVB ist Teil des Konzerns“, sagte Ghizzoni.

Die Krise in Zypern habe bislang zu keinen auffälligen Geldtransfers bei der Bank und ihren Töchtern in diversen Ländern geführt. Seit dem Beginn der Krise beobachte Unicredit die Geldflüsse täglich. „Wir haben bislang keine Reaktion von unseren Kunden. Die Situation ist definitiv ruhig und unter Kontrolle“, sagte Ghizzoni.

Das Rettungspaket für die angeschlagene Mittelmeerinsel sieht eine radikale Schrumpfkur für den Finanzsektor vor. Reiche Kunden der größten Bank des Landes werden als Beitrag zur Sanierung teilweise enteignet. Seither wird in Zypern über auffällige Abbuchungen vor der Rettung des Landes diskutiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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