Italienische Großbank
UniCredit hadert mit Kapitalerhöhung

Die italienische Großbank UniCredit kann ihren Kapitalbedarf noch nicht beziffern. Analysten rechnen mit einer Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe. Bei der Bank sei darüber jedoch noch keine Entscheidung getroffen worden.
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MailandItaliens größte Bank kann ihren Kapitalbedarf noch nicht beziffern. Es sei noch keine Entscheidung über eine mögliche Kapitalerhöhung getroffen worden, sagte am Dienstag ein Vorstand der UniCredit , der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt noch keine Schätzung, weil es von so vielen externen Variablen abhängt“, erklärte er nach einer Sitzung des Führungsgremiums.

Im Umfeld der Bank, zu der die Münchner HypoVereinsbank (HVB) und die Wiener Bank Austria gehören, hieß es, eine Einigung über eine Finanzspritze - es wäre die dritte seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 - sei auch nicht bald zu erwarten. Die gegenwärtige Marktlage mit dem jüngsten Kursverfall der UniCredit-Aktie sei eine zu große Hürde. Die Mailänder könnten sich daher zunächst auf Kostensenkungen und den Verkauf von Beteiligungen konzentrieren, um flüssiger zu werden.

In der Finanzbranche wird erwartet, dass der seit einem Jahr amtierende UniCredit-Chef Federico Ghizzoni Mitte November mit der Vorlage der Quartalszahlen zum großen Wurf ansetzt. Analysten rechnen mit einer Kapitalerhöhung von fünf bis sieben Milliarden Euro, teilweise werden auch zweistellige Milliarden-Summen genannt.

Die Kosteneinsparungen könnten sich auf bis zu eine Milliarden Euro belaufen. Große Verkäufe gelten dagegen derzeit als wenig wahrscheinlich. Die Bank hat vor allem im Heimatmarkt mit Verlusten zu kämpfen, im Sommer dürfte zudem das wichtige Investmentbanking eingebrochen sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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