Italienische Großbank
Unicredit rechnet mit zwölf Milliarden Euro Verlust

Die italienische Großbank leidet seit Jahren unter der Wirtschaftsflaute in Italien, die viele Kredite hat platzen lassen. Um wieder in die Spur zu kommen, greift Unicredit auch bei der deutschen Tochter HVB zu.
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Mailand/MünchenDie kriselnde italienische Großbank Unicredit erwartet für 2016 einen Verlust von rund 11,8 Milliarden Euro. Schuld seien negative Einmaleffekte, teilte die Mutter der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) am Montag mit. Ohne diese hätten unter dem Strich schwarze Zahlen gestanden. Weitere Details will der italienische Branchenprimus am 9. Februar veröffentlichen.

Zwar seien die meisten Sonderlasten bereits Mitte Dezember bekanntgegeben worden. Es sei allerdings jetzt eine Milliarde Euro hinzugekommen, die vor allem auf weitere Abschreibungen zurückgehe. Sie stünden im Zusammenhang mit dem italienischen Banken-Rettungsfonds Atlante, an dem die Mailänder beteiligt sind.

Die Unicredit leidet seit Jahren unter der Wirtschaftsflaute in Italien, die viele Kredite hat platzen lassen. Der neue Vorstandschef Jean Pierre Mustier will mit der größten Kapitalerhöhung in der Wirtschaftsgeschichte des Landes die Löcher in der Bilanz stopfen und den Abbau fauler Darlehen finanzieren – eine Herkulesaufgabe. Im vierten Quartal wurden dafür Abschreibungen von 12,2 Milliarden Euro fällig. Nun sollen weitere 6500 Stellen gestrichen werden, davon 1500 bei der HVB.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gerade erst den Druck auf die UniCredit erhöht. Bis Ende Februar muss das Management einen Plan für den Abbau fauler Kredite vorlegen. Die Kapitalquote der Bank ist wegen hoher Abschreibungen Ende 2016 auf rund acht Prozent gefallen. Damit unterschreitet das Institut die Kapitalvorgaben (SREP-Quote) der EZB um etwa zwei Punkte, was die Aufsicht aber zeitweise akzeptieren will.

Um wieder in die Spur zu kommen, greift Unicredit auch bei der deutschen Tochter HVB zu. Die Mailänder ziehen im laufenden Jahr eine Sonderdividende von drei Milliarden Euro aus München ab. Dazu kommt noch der Gewinn aus dem vergangenen Jahr, der im Juni ebenfalls voll an die Mutter ausgeschüttet wird. Die deutschen Aufsichtsbehörden sehen mit Sorge, dass die HVB durch den Mittelabfluss geschwächt wird, wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Wir sind nicht erfreut.“ Unicredit versuchte die Sorgen zu zerstreuen: „Die starke Kapital- und Liquiditätsausstattung der Hypo-Vereinsbank wird auch nach dieser Zahlung erhalten bleiben.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist das Ergebnis einer politisch gewollten „liberalen“ Wirtschaftspolitik, bei der südländische „Firmen“ einfach deutsche Unternehmen übernehmen können, um sich mit deren Barkapital sanieren zu können.

    Mal eben 3 Mrd. € als „Sonderdividende“ abziehen, weil sonst vielleicht der italienische Staat „retten“ muss.

    War bei HochTief nicht anders, bei denen die spanische Pleitefirma auf rd. 4 Mrd. € Bares in der Kasse scharf war und als Folge rd. 7.000 deutsche Arbeitsnehmer von HochTief arbeitslos wurden.

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