Italienische Krisenbank Milliardenverlust bei Monte dei Paschi heizt Fusionsgerüchte an

Die älteste Bank der Welt macht mit einem Milliardenverlust von sich reden. Nun wird über eine Fusion als Befreiungsschlag spekuliert.
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UBI Banca, die drittgrößte Bank im Land, dementiert Gerüchte zu einer möglichen Fusion mit der ältesten Bank der Welt. Quelle: AFP
Monte dei Paschi

UBI Banca, die drittgrößte Bank im Land, dementiert Gerüchte zu einer möglichen Fusion mit der ältesten Bank der Welt.

(Foto: AFP)

RomDie Börsenhändler raten „verkaufen“, die Investoren sind verunsichert, der Kurs in Mailand ist eingebrochen, der Markt hat die jüngsten Zahlen schlecht aufgenommen. Monte dei Paschi, die italienische Krisenbank, ist wieder in den Schlagzeilen. 3,5 Milliarden Euro betrug der Verlust im vergangenen Jahr und war damit noch höher als im Jahr zuvor, als er bei 3,2 Milliarden gelegen hatte. Allein im vierten Quartal belief sich der Verlust auf 502 Millionen Euro. Und der Wert der faulen Kredite ist sogar leicht angestiegen.

Für den italienischen Staat, der die Bank im vergangenen Jahr nach der Zustimmung aus Brüssel mittels einer vorsorglichen Kapitalisierung gerettet hatte, bedeutet das einen täglichen Verlust. 5,6 Milliarden Euro hat er als Hauptaktionär bereits in die Rettung der Bank gesteckt.

„Wir arbeiten weiter an unserem Restrukturierungsplan, den wir im vergangenen Jahr vorgestellt haben“, erklärte CEO Marco Morelli. Der sieht vor, dass bis 2021 jede fünfte Stelle gestrichen werden soll und die Schließung von 600 der 2000 Filialen.

Seit Beginn 2017 wurden 435 Filialen geschlossen und 1.800 Stellen abgebaut. „Wir müssen die Bank wieder auf die Füße stellen. Und das ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauert, das wissen wir“, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan, bisher parteilos. Er hat mit der EU-Kommission die Rettung der ältesten Bank der Welt verhandelt und kandidiert nun für die Regierungspartei für einen Parlamentssitz in Siena.

Ein Gerücht bringt jetzt jedoch Unruhe in den Sanierungskurs. Italienische Medien berichten, dass eine Fusion bevorstehe mit einer anderen Bank oder sogar eine Fusion mehrerer Banken. Genannt wurde UBI Banca, die Geschäftsbank aus Bergamo, drittgrößte im Land nach Börsenkapital mit einem Marktanteil von mehr als sieben Prozent. Von dort kam postwendend ein hartes Dementi. Es gebe kein Dossier Monte dei Paschi. Auch mit BPM sei gesprochen worden, dem vor einem Jahr aus den beiden Volksbanken Banca Popolare di Milano und Banco Popolare entstandenen Geldhaus.

Ganz unwahrscheinlich sind solche Überlegungen trotz des Dementis nicht, denn schon im Krisenjahr 2016 war über eine mögliche Fusion von Monte dei Paschi, UBI Banca und der viel kleineren Unipol Banca aus Bologna spekuliert worden.

Fusionen und Übernahmen im Bankensektor werden Ende dieses Jahres, Beginn 2019 ein Thema für Investoren werden, meinen die Experten der Investmentbank Equita. Der Prozess sei nicht mehr aufzuschieben. Konsolidierungen könnten mehr als eine Bank betreffen, um den Marktanteil der führenden zehn Banken in Italien von aktuell 50 auf mindestens 70 bis 75 Prozent zu erhöhen.

Beim neuen Stresstest der Europäischen Zentralbank, dessen Ergebnisse im November bekanntgegeben werden, ist Monte dei Paschi nicht dabei.

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  • "Beim neuen Stresstest der Europäischen Zentralbank, dessen Ergebnisse im November bekanntgegeben werden, ist Monte dei Paschi nicht dabei." Brauchen sie auch nicht. Sie wären sowieso durchgefallen

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