Italienische Krisenbank
Monte Paschi bittet EZB um Aufschub für Rettungsplan

Das italienische Geldhaus Monte dei Paschi hat die Europäische Zentralbank um einen Aufschub für ihren Rettungsplan gebeten. Eine zusätzliche Unsicherheit für die Bank sei das gescheiterte Verfassungsreferendum.
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MailandDie italienische Krisenbank Monte dei Paschi hat die Europäische Zentralbank (EZB) um einen Aufschub für ihren Rettungsplan gebeten. Das Geldhaus strebe nun als Frist den 20. Januar an, teilte die Traditionsbank am Mittwochabend mit. Hintergrund sei die Unsicherheit darüber, wie es nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum mit der neuen Regierung weitergeht, verlautete aus Kreisen. Ministerpräsident Matteo Renzi reichte seinen Rückzug ein. Der EZB-Rat wolle bei der Sitzung am Donnerstag über die Situation bei Monte Paschi beraten, hieß es weiter.

Das Institut, das zuletzt regelmäßig durch die europaweiten Banken-Stresstest fiel, ächzt unter einem Berg fauler Kredite und braucht dringend frisches Eigenkapital.

Der ursprüngliche Plan sah vor, bis Monatsende über eine Kapitalerhöhung fünf Milliarden Euro am Markt einzusammeln. Doch die Suche nach neuen Ankerinvestoren gestaltet sich schwieriger als gedacht. Aus Finanzkreisen verlautete, de facto hätten die begleitenden Investmentbanken das Vorhaben, das mit einem Anleihentausch einhergehen sollte, erst einmal auf Eis gelegt.

Am Finanzmarkt war zuletzt die Hoffnung auf eine Rettung der italienischen Krisenbank durch den Staat gestiegen. Die Regierung hatte zwar einen Medienbericht dementiert, wonach sie einen Milliarden-Kredit beim Euro-Rettungsschirm ESM zur Stützung des heimischen Banken-Sektors erwägt. Gleichwohl gibt es konkrete Rettungspläne für Monte dei Paschi, wie Reuters am Dienstagabend von zwei Insidern erfahren hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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