Italienische Krisenbank
Monte Paschi hält an Chef fest

Italiens Bank Monte dei Paschi hält an ihrem Chef fest: Der Verwaltungsrat sprach Fabrizio Viola einstimmig das Vertrauen aus. Momentan steht die Bank unter Druck, nachdem eine Aufstockung des Kapitals verschoben wurde.
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MailandDie schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena hält an ihrem Chef fest. Der Verwaltungsrat sprach Fabrizio Viola am Dienstag einstimmig das Vertrauen aus, wie die älteste Bank der Welt in Siena mitteilte. Sie ist verstärkt unter Druck, nachdem ein Großaktionär eine Aufstockung des Kapitals um drei Milliarden Euro im Januar abgelehnt und auf mindestens Mitte Mai verschoben hatte. Nun erklärte das Geldhaus, die Kapitalerhöhung so schnell wie möglich über die Bühne bringen zu wollen. Ohne den Schritt steht der Sanierungsplan für Monte dei Paschi in Frage, eine Verstaatlichung ist nicht ausgeschlossen.

Monte Paschi hofft, dass die gleichnamige Stiftung aus Siena ihren Anteil von 33,5 Prozent rasch verkaufen kann. Um dafür mehr Zeit zu gewinnen, hatte die Stiftung sich gegen die Kapitalerhöhung gestemmt. Sowohl Viola als auch der Verwaltungsratsvorsitzende Alessandro Profumo hatten daraufhin angekündigt, über einen Rücktritt nachzudenken. In der Mitteilung vom Dienstag wurden keine Angaben zu Profumo gemacht. Aber eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass auch Profumo im Amt bleibe.

Die 1472 gegründete Traditionsbank ist wegen riskanter Derivategeschäfte und der Schuldenkrise in der Schieflage. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren fast acht Milliarden Euro Verlust geschrieben, auch für 2013 werden rote Zahlen erwartet. Die Regierung stützt das Institut mit 4,1 Milliarden Euro. Für eine Genehmigung dieser Staatshilfe verlangt die EU-Kommission eine Kapitalerhöhung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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