Italienische Krisenbank
Monte Paschi legt neuen Sparplan vor

Die italienische Bank Monte Paschi will sich mit einem verschärften Sanierungsplan milliardenschwere Staatshilfen sichern. Der ältesten Bank der Welt droht ansonsten die komplette Verstaatlichung.
  • 0

MailandDie italienische Krisenbank Monte Paschi will sich mit einem verschärften Sanierungsplan die Zustimmung der EU-Kommission zu milliardenschweren Staatshilfen sichern. Das drittgrößte Kreditinstitut des Landes kündigte noch für Montag eine Entscheidung des Verwaltungsrat über die neue Strategie an. Ende September hatte das Führungsgremium noch einen Beschluss verschoben, weil es Insidern zufolge noch auf einen zeitlichen Aufschub bei der von der Kommission geforderten Kapitalerhöhung hoffte.

Kann die älteste Bank der Welt sich selbst das Geld nicht beschaffen, droht ihr die Verstaatlichung. Anleger setzten derweil auf ein erfolgreiches Treffen: Die Aktie legte bis Mittag um fast fünf Prozent zu.

Die Traditionsbank ist im Zuge der Schuldenkrise und wegen riskanter Derivate-Geschäfte in Schieflage geraten. Die Regierung hat dem Geldhaus bereits Anfang des Jahres mit 4,1 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

Für eine Genehmigung der Staatshilfe reichte der EU-Kommission der bisherige Sparplan aber nicht aus. Sie fordert von Monte Paschi, 2,5 Milliarden Euro am Markt aufzunehmen. Das entspricht in etwa dem Börsenwert des Instituts und wäre bereits die dritte Kapitalerhöhung seit 2008. Die 1472 gegründete Bank soll zudem noch mehr Stellen streichen, weitere Filialen schließen, die Vergütungen der Spitzenmanager senken und schrittweise das große Engagement in italienische Staatsanleihen abbauen. Derzeit baut das Institut 4600 Arbeitsplätze ab und macht 400 Filialen dicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Italienische Krisenbank: Monte Paschi legt neuen Sparplan vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%