Italiens Bank
Monte dei Paschi verschiebt Kapitalerhöhung

Die geplante Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro muss die angeschlagene Bank Monte dei Paschi auf Mitte des kommenden Jahres verschieben. Die Anteilseigner stellen die Sanierungspläne des Bankhauses in Frage.
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SienaDie wirtschaftlich angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena muss ihre geplante Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro auf Mitte des kommenden Jahres verschieben. Am Samstag stimmten die Anteilseigner gegen eine Aufstockung des Kapitals schon im Januar und stellten damit die Sanierungspläne für das älteste Bankhaus der Welt infrage.

Die im Jahr 1472 gegründete Traditionsbank war im Zuge der Schuldenkrise und wegen riskanter Derivategeschäfte in Schieflage geraten. Die Regierung stützt das Institut mit 4,1 Milliarden Euro. Für eine Genehmigung dieser Staatshilfe verlangt die EU-Kommission eine Kapitalerhöhung.

Um die Hilfen zurückzuzahlen und eine Verstaatlichung abzuwenden, benötigt die Bank mehr Geld, als ihr gegenwärtiger Marktwert ausmacht. Ihr Management wollte eine Kapitalerhöhung im Januar durchsetzen, scheiterte nun aber an der Ablehnung der Aktionäre. Vor allem die gleichnamige Stiftung als Großaktionär mit Vetorecht war für eine Verschiebung. Die ebenfalls in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Stiftung hatte bereits seit längerem eine Verschiebung wenigstens bis Mai gefordert, um mehr Zeit für den Verkauf ihres 33,5-prozentigen Anteils zu gewinnen. Mit dem Erlös daraus will sie eigene Schulden tilgen.

Chairman Alessandro Profumo und Vorstandschef Fabrizio Viola hatten sich für eine Kapitalerhöhung im Januar starkgemacht und auch schon Banken gefunden, die die Ausübung der Bezugsrechte garantierten - aber nur bis Ende Januar. In Kreisen der Bank wurde ein Rücktritt des international renommierten Profumo nicht ausgeschlossen. Nach Berichten italienischer Zeitungen könnten das frühere EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi oder Allianz -Vorstandsmitglied Carlo Salvatori an seine Stelle treten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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