Jaguar und Edel-Burger
Die Comebacks des Wirtschaftsjahres

Totgesagte Unternehmen, Produkte mit zweifelhaftem Ruf – was am Markt keinen Erfolg hat, verschwindet normalerweise. Einige schaffen aber auch ein kurioses Comeback. Wer zu den unerwarteten Gewinnern des Jahres gehört.
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DüsseldorfNichts geht in der Wirtschaft so schnell wie der Abstieg. Selbst Branchenriesen wie Nokia mussten schmerzhaft lernen, wie ein verpasster Trend, eine neue Erfindung, eine falsche strategische Entscheidung selbst Weltmarktführer zum Stürzen bringen kann. Doch es gibt auch Produkte und Unternehmen, die es schaffen, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen – manchmal durch Glück, manchmal durch harte Arbeit. Handelsblatt Online zeigt fünf Fälle, in denen das Comeback im Jahr 2014 gelungen ist.

Thyssen-Krupp – Eiserne Nerven

Der einst stolze Stahlriese Thyssen-Krupp ging schwer angeschlagen ins Jahr. Das verlustreiche Geschäft in den USA drückte die Bilanz tief in die roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Verlust von fünf Milliarden Euro, die Aktionäre mussten auf ihre Dividende verzichten.

Doch mit dem Verkauf der US-Werke und einem straffen Umbauprogramm ist Konzernchef Heinrich Hiesinger die Wende gelungen. Er senkte die Kosten, baute tausende Stellen ab und richtete den Konzern stärker auf das Technologiegeschäft mit Anlagen, Aufzügen, Autoteilen oder U-Booten aus. Das Stahlgeschäft macht nun weniger als 30 Prozent des Umsatzes aus.

Erstmals kann der Konzern darum wieder schwarze Zahlen vorlegen. Und auch die Nettoschulden hat Hiesinger durch den Verkauf von Beteiligungen reduziert. Selbst das brasilianische Werk, einst Sorgenkind des Konzerns, konnte im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 16 Millionen Euro vorlegen.
In das neue Jahr geht der Industrieriese aus dem Ruhrgebiet mit deutlich weniger Sorgen.

Schreibmaschine – TippEx gegen Spione

Irgendwie war man ja schon fast froh, sie endlich los zu sein. Keine elenden Tippfehler, die man notdürftig mit TippEx korrigieren musste, keine blauen Hände beim Wechsel des Farbbandes – obwohl sie jahrzehntelang als Statussymbol der Intellektuellen galt, vermisste die Schreibmaschine kaum jemand.

Doch mit jedem Geheimdienstskandal, mit jedem Hackerangriff wachsen die Zweifel, ob es so klug war, sie abzuschaffen. Es war Patrick Sensburg, seines Zeichens Vorsitzender des NSA-Ausschusses im Bundestag, der vorschlug, das Gremium solle künftig auch „auf klassische Kommunikation“ setzen und für geheime Dokumente mechanische Schreibmaschinen verwenden.

Auf den Spott seiner Kollegen musste Sensburg nicht lange warten. „Bevor ich Schreibmaschine nutze, Zettelchen nach dem Lesen verbrenne, schaffe ich lieber die Geheimdienste ab“, twitterte Martina Renner von den Linken, die ebenfalls im Untersuchungsausschuss sitzt.

Dabei ist Sensburg mit seiner Furcht vor der Überwachung offenbar nicht alleine. Tatsächlich legen die Verkaufszahlen der deutschen Schreibmaschinen-Hersteller in diesem Jahr zu. Triumph-Adler hat nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ 10.000 Maschinen verkauft, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Bei Konkurrent Olympia haben sich die Verkaufszahlen auf ebenfalls 10.000 verdoppelt.

Sorgt die NSA also wirklich für ein Comeback der Schreibmaschine? Zumindest nicht alleine. Grund für den Verkaufssprung dürfte auch der Rückzug des japanischen Herstellers Brother aus dem Geschäft sein. So wichtig wie früher wird die Schreibmaschine wohl nie mehr werden.

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