Jahresbilanz: Commerzbank dürfte ordentliches Plus verkünden

Jahresbilanz
Commerzbank dürfte ordentliches Plus verkünden

Die Commerzbank dürfte im Geschäftsjahr 2006 ihr Ergebnis vor allem dank eines starken Handelsüberschusses deutlich gesteigert haben. Analysten erwarten ein Plus beim Nettoergebnis von 40 Prozent, der Handelsüberschuss sollte sogar um fast 60 Prozent zulegen.

HB FRANKFURT. Dies allein wird nach Ansicht von Marktbeobachtern allerdings kaum ausreichen, um den zuletzt stark gestiegenen Aktienkurs weiter zu beflügeln. Investoren werden daher vor allem auf Prognosen für die kommenden Monate achten. Die Commerzbank wird am Mittwoch die Zahlen zum Geschäftsjahr 2006 vorlegen.

Analysten erwarten für das Geschäftsjahr 2006 im Schnitt einen Anstieg des Nettoergebnis auf 1,633 (1,165) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wird sich um rund 50 Prozent auf 2,573 (1,717) Milliarden Euro verbessern. Den deutlichsten Anstieg wird den Prognosen zufolge das Handelsergebnis ausweisen, das sich auf 2,807 (2,415) Milliarden Euro verbessert haben dürfte. Beim Zinsüberschuss erwarten die Analysten 3,986 (3,172) Milliarden Euro und bei der Risikovorsorge 924 (566) Millionen Euro.

Ob die guten Jahreszahlen allein allerdings ausreichen, um den bereits stark gestiegenen Aktienkurs weiter anzutreiben, ist fraglich. Immerhin haben sich die Papiere seit Jahresanfang bereits um rund 11 Prozent verteuert. Der deutsche Aktienindex Dax legte im gleichen Zeitraum lediglich fünf Prozent zu. Mit Blick auf diese Performance schließen die Analysten von HSBC eine Kursschwäche in Folge der Zahlen nicht aus. „Wir brauchen eine positive Überraschung, damit der Kurs weiter deutlich zulegen kann“, sagt auch Thomas Rothausler, Analyst bei Sal. Oppenheim.

Eventuell kann der Ausblick auf die Risikovorsorge hier helfen. Im vergangenen Jahr hatte vor allem die im dritten Quartal getroffene hohe Vorsorge für Not leidende Kredite der Immobilientochter Eurohypo überrascht. Diese soll im laufenden Jahr - wie bereits von der Commerzbank angekündigt - wieder deutlich sinken und bei rund 700 Millionen Euro liegen. „Wenn jetzt angedeutet wird, dass die Risikovorsorge niedriger ausfallen wird, kann das ein Katalysator für Kursgewinne sein“, so ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden will. Das Ziel einer Eigenkpaitalrendite nach Steuern von mindestens 11 Prozent im Jahr 2007 sollte dagegen bestätigt werden.

Im laufenden Jahr stehen für die Commerzbank zudem zwei wichtige Entscheidungen an: Die Zukunft des britischen Vermögensverwalters Jupiter und das Gebot für die Landesbank Berlin (LBB). Mit Blick auf die Tochter Jupiter erhoffen sich Analysten bereits am Mittwoch konkrete Aussagen über den Verkaufsprozess. Anfang Januar erst hatte der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Müller bekräftigt, dass die Commerzbank die Absicht habe, die Gesellschaft im laufenden Jahr „in ein IPO zu führen“. Einzelheiten dazu wollte er aber nicht nennen.

Auch wenn dies offiziell noch nicht bestätigt wurde, hat die Commerzbank ihren Hut in den Ring geworfen und nimmt am Bieterverfahren für den 81-Prozent-Anteil des Landes Berlin an der LBB teil. Strategisch würde eine Verstärkung in Berlin nach Ansicht von.

Analysten durchaus Sinn machen. Fraglich sei allerdings, ob durch die Auflagen, die das Land Berlin einem potenziellen Käufer gemacht hat, diese mögliche Akquisition noch attraktiv sei für die Commerzbank-Aktionäre, merken die Analysten der Societe Generale an, und erhoffen sich auch dazu eine Stellungnahme vom Vorstandsvorsitzenden. Das Land Berlin verlangt von einem Käufer der LBB-Anteile eine Arbeitsplatzgarantie und den Erhalt des Standortes.

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