Jahresbilanz
DEVK hält sich bei Sparprodukten zurück

Der Versicherer DEVK ist im vergangenen Jahr schwächer gewachsen als die Branche. Während der Branchenschnitt der Beitragseinnahmen bei 4,3 Prozent lag, schaffte die DEVK nur 2,7 Prozent.
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FrankfurtDer Versicherer DEVK ist im vergangenen Jahr schwächer gewachsen als die Branche. Die Beitragseinnahmen stiegen um 2,7 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Im Branchenschnitt lag das Wachstum bei 4,3 Prozent. Das lag vor allem daran, dass das Geschäft mit Lebensversicherungen - anders als bei der Konkurrenz - stagnierte. Als Grund hierfür nannte der Versicherer die Zurückhaltung bei umstrittenen Sparprodukten.

Viele Lebensversicherer haben sich zuletzt mit sogenannten Einmalbeiträgen vollgesogen. Dabei zahlen die Kunden eine hohe Summe auf einen Schlag ein, anstatt kontinuierlich Beiträge zu entrichten. Viele Kunden betrachteten dies in der Wirtschaftskrise als lukrative Alternative zum niedrig verzinsten Tagesgeld. Das Geschäft gilt als umstritten. Kritiker bemängeln, dass Kunden das Geld auch schnell wieder abziehen können. Die hohen Zinsen, die diese Kunden dann für kurze Zeit abgegriffen hätten, gingen zulasten der Bestandskunden.

„Wir haben die Gefahren von kurzfristigen Kapitalisierungsprodukten erkannt und schon Ende 2009 dieses Geschäft eingestellt“, sagte der Vorstandschef Friedrich Gieseler. Nur unriskante Einmalgeschäfte würden fortgeführt, etwa wenn ältere Kunden kurz vor dem Ruhestand eine höhere Summe einzahlen und sich diese als Rente wieder auszahlen lassen.

Für dieses Jahr erwartet die DEVK, dass sie wieder mehr Umsatz in der Lebensversicherung macht. Damit entwickelt sich das Geschäft bei der DEVK genau gegenläufig zum Trend bei vielen anderen Versicherern. So rechnen die Versicherer aus dem Lager der Sparkassen mit einem stark schrumpfenden Geschäft. Im ersten Quartal halbierten sich die neuen Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte der Verband unlängst mit. Gerade die Sparkassen-Versicherer hatten stark auf das Geschäft mit Einmalbeiträgen gesetzt. „Aktuell läuft das Neugeschäft gut“, sagte DEVK-Chef Gieseler. Auf die Frage, ob auch die Senkung des Garantiezinses zum Ende des Jahres zu der stärkeren Nachfrage führe, sagte er: „Ich gehe davon aus.“

Der Garantiezins gibt an, mit welcher Rendite die Kunden auf jeden Fall rechnen dürfen. Das Bundesfinanzministerium hat beschlossen, dass ab Januar 2012 der Garantiezins von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent sinken muss, damit die Versicherer keine Versprechen geben, die sie nicht einhalten können. Einige Branchenbeobachter erwarten daher in diesem Jahr noch eine Art Schlussverkauf.

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