Jamie Dimon
Heiße Tage für den Chef von JP Morgan

Nach dem Milliardendesaster versucht JP-Morgan-Chef Dimon zu retten, was zu retten ist. Er geht öffentlich in Sack und Asche, während bei der Bank wohl bald Köpfe rollen. Morgen muss sich Dimon seinen Aktionären stellen.
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WashingtonWer in Amerika maximale Medienöffentlichkeit sucht, der geht zu „Meet the Press“. In der sonntäglichen Show auf NBC wird der Ton für die kommende Woche gesetzt. Sämtliche Präsidenten seit Kennedy waren schon zu Gast, und solche die es werden wollen erhoffen sich durch einen Auftritt ein paar Sympathiepunkte. Selten allerdings verirrt sich mal ein Bankchef ins Studio von Moderator David Gregory – bis gestern.

Da saß ein reumütiger Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JP Morgan, und hatte nur ein Thema: Entschuldigung. „Wir waren schlampig“, sagte der 56-Jährige, „wir wissen, dass wir dumm waren“. Selbstverständlich müsse man jetzt „den Preis dafür zahlen“.

Der mächtige Dimon wird oft der König der Wall Street genannt, doch am Sonntag wirkte er eher wie ein Junge, der Mist gebaut hat und hofft, durch Entschuldigungen dem drohenden Hausarrest zu entgehen.

Nach dem überraschend verkündeten Milliardenverlust nach verpatzten Handelsgeschäften scheint die PR-Strategie von JP Morgan klar: Fehler eingestehen, so oft es nur geht und Kritiker dadurch ins Leere laufen lassen. Der stolze Dimon streut seit Donnerstag so viel Asche auf sein Haupt, sein Haar wäre allein deshalb schon grau.

Doch er kann das Desaster nicht aufhalten. Am Donnerstag nach Börsenschluss hatte JP Morgan eingeräumt, sich bei Absicherungsgeschäften heftig verzockt zu haben. Schaden bislang: rund zwei Milliarden Dollar, weitere Milliarden seien durchaus möglich. Längst handelt es sich nicht mehr nur um einen „Sturm im Wasserglas“, als den Dimon noch vor vier Wochen Berichte über das drohende Desaster abgetan hatte.

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Kommentare zu " Jamie Dimon: Heiße Tage für den Chef von JP Morgan"

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  • Ich bezweifle, dass sie das selbst glauben.

    Ich persönlich habe meine Schäfchen schon lange im Trockenen und ich bin abgesichert, egal was kommen mag.

    Die anderen sind mir egal.

    HAHA

  • Ja, das denke ich! Arme würden aufhören arm zu sein, wenn Banker das bekämen, was ihnen zusteht.
    Die Spekulation nährt sich von der Ausbeutung.
    Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
    HaHaHa

  • Fakt ist, dass das hier eine reine Neiddiskussion ist und sich auch als eine solche fortführen wird.

    Angeführt von Menschen, die in ihrem eigenen, schäbigen Leben nichts auf die Reihe bekommen haben.
    Armselig ist sowas.

    Denken sie etwa, dass Arme reicher werden, wenn Banker weniger verdienen ?
    HAHAHA
    Eher werden sie verhungern oder verdursten als dass ein solcher Fall eintritt.

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