Jean-Louis Laurens
Rothschild-Chef warnt vor schlechter Regulierung

Basel III und Solvency II könnten gefährliche Folgen haben, statt Risiken zu senken. Für Großinvestoren würden damit falsche Anreize gesetzt, so Rothschild-Chef Laurens. Die Zeche dafür müssten Rentner und Sparer zahlen.
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Jean-Louis Laurens, Partner und CEO der 20 Milliarden Euro betreuenden Vermögensverwaltung Rothschild & Cie Gestion, warnt in einem Handelsblatt-Gespräch vor falscher Regulierung durch Politik und Aufsichtsbehörden.  „Die Politik hat schlicht die Kontrolle verloren“, sagt er. Für ihn ist klar: „Rentner und Sparer werden die Zeche zahlen.“

Er spricht unter anderem von den gefährlichen Folgen der Regelwerke Basel III und Solvency II, die eigentlich Risiken senken sollen. Seiner Meinung nach haben die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken und die neuen Anlagevorschriften für Versicherungen gefährliche Effekte: Die wichtigen Großinvestoren würden aus Aktien hinaus und in Staatsanleihen mit Zinsen von bereits jetzt nahe null hinein gedrängt.

Angesichts der Inflationsgefahren sei das jedoch eine ganz falsche Entwicklung. Aktien würden besseren Schutz gegen Geldentwertung bieten. „Das bedeutet auch nichts Gutes für die Altersvorsorgeprogramme“, sagt er mit Blick auf die jetzt schon hohen Anleiheanteile in diesen Depots. Laurens erwartet „eine Umverteilung vom Sparer zum Staat. Rentner und Sparer werden die Zeche zahlen.“

Durch die falschen regulatorischen Vorschriften sind die europäischen Aktienkurse seiner Ansicht nach jetzt schon zu tief. Unternehmen könnten sich deshalb schlechter refinanzieren. „Zu billige Firmen öffnen darüber hinaus ein Einfallstor für unfreundliche Shopping-Touren. Überspitzt formuliertet.: Amerikaner oder Chinesen könnten Unternehmen in Europa billig übernehmen.

Kommentare zu " Jean-Louis Laurens: Rothschild-Chef warnt vor schlechter Regulierung"

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  • zu ihrem ersten absatz kann ich ihnen in "normalen zeiten" zustimmen. auch und insbesondere zu den "kapitalvernichtern"
    aber wir leben nicht mehr in normalen zeiten: LTRO xy usw. 1000 Milliarden Euro mal durchschnittlicher leverage der banken = 1. Abschätzung der geldmengenvermehrung via LTRO usw.
    dies alles ohne beachtung, dass das city usw. banking heute ein schneeballsystem (rehypothecation usw.)ist....

    und ja zum zweiten absatz: wäre die allgemeine rente in der brd kapitalgedeckt gewesen, müssten wir wohl in der gegenwart zum generationsvertrag zurückkehren. und zur rieserrent mit seinem sparkapital weitgehend in staatsanleihen: warum gibt wohl marschmeyer soviel geld für seinen image- und presseberater aus?

    schöne tag für sie

  • vielleicht hat er ja nur eine andeutung gemacht, wie die brd politik - interessen - weniger "diletantisch" .....

  • Sorry, aber die Märkte sind überhaupt nicht unterbewertet für in der jetztigen Situation. Man kann doch nicht die Berwertung in einer Abschwung bzw. Stagnationsphase mit einer Aufschwungphase vergleichen. Daran sieht man wieder die tollen "Fondmanager". Im übrigen sind Fondmanager die größten Kapitalvernichter der "kleinen" Sparer. Fonds auflegen und in der tiefsphase werden die dinger dann geschlossen, sowas nennt man dann wohl kapitalvernichtung pur und mit langfristigkeit hat das nun garnichts mit zutun.

    Ich sehe die Staatliche Umlagenfinazierte Rente immer noch als die beste Vorsorge der "kleinen" Sparer an. Wenn man die natürlich weiter kaputt macht, mit unsinigen dingen wie die Riesterrente, geht die umlagenfinazierte Rente natürlich den Bachrunter.
    Mal als denkanstoß für die befürworter der Riesterrente: Warum brauch eine private Vorsorge subvenstionen vom Staat? Wenn sie doch besser sein soll!

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