Jobabbau Rabobank streicht 9000 Stellen

Fast jeder fünfte Arbeitsplatz soll wegfallen: Die niederländische Rabobank streicht bis 2018 insgesamt 9000 Stellen – ausschließlich in den Niederlanden. Die Bank versuche, so gut es geht auf Entlassungen zu verzichten.
Die Rabobank streicht in den Niederlanden 9000 Stellen. Laut Gewerkschaftschef wirft die Ankündigung die Angestellten vor den Weihnachtsferien in eine „Phase der Unsicherheit“. Quelle: dpa
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Die Rabobank streicht in den Niederlanden 9000 Stellen. Laut Gewerkschaftschef wirft die Ankündigung die Angestellten vor den Weihnachtsferien in eine „Phase der Unsicherheit“.

(Foto: dpa)

Den HaagDie Rabobank streicht in den Niederlanden 9000 Stellen. Wie das niederländische Finanzinstitut am Mittwoch mitteilte, ist der Stellenabbau für den Zeitraum von 2016 bis 2018 geplant und soll in mehreren Phasen erfolgen. Betroffen seien vor allem Jobs in der Verwaltung. Die Bank wolle versuchen, so gut es geht auf Entlassungen zu verzichten und setze auf freiwillige Abgänge, hieß es.

Die Bank beschäftigt in den Niederlanden derzeit knapp 24.000 Menschen. Die nun genannten 9000 Stellen sollen dem Finanzinstitut zufolge zusätzlich zu den 3000 Jobs wegfallen, deren Abbau bereits in früheren Sparplänen beschlossen worden war. Die Bank plant außerdem Strukturreformen, mit denen sie sparen will.

Gewerkschaftschef Reinier Castelein sagte zu den Sparplänen, der Stellenabbau sei „keine Überraschung“, die Anzahl der Jobs aber schon. Die Ankündigung werfe die Angestellten vor den Weihnachtsferien in eine „Phase der Unsicherheit“. Die Rabobank ist mit über 48.000 Angestellten in 40 Ländern aktiv. Der Jobabbau betrifft aber nur die Niederlande.

Die Bank hatte während der Wirtschaftskrise 2008 keinerlei staatliche Hilfen erhalten und galt lange als Musterschülerin. Ihr Ruf verschlechterte sich allerdings im Zuge des Skandals um Manipulationen am internationalen Zinssatz Libor erheblich. Neben anderen Banken leistete die Rabobank hohe Strafzahlungen an die Behörden in den USA und in Großbritannien.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

  • afp
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