John Cryan
Deutsche Bank ist kein Übernahmekandidat

John Cryan steht seit einem Jahr an der Spitze der Deutschen Bank. Die Stimmung ist desaströs, die Aktie fiel zuletzt immer weiter. Der richtige Zeitpunkt für eine Übernahme durch die Konkurrenz? Cryan dementiert.

HamburgDer Chef der Deutschen Bank, John Cryan, sieht den deutschen Branchenprimus trotz des extrem abgesackten Börsenkurses nicht als Übernahmekandidat. „Wir leben nicht in einer Zeit, in der die Regulatoren große Übernahmen sehen wollen. Und wir sind weiter eine sehr große Bank“, sagte Cryan dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Ich sehe uns daher nicht als Übernahmeziel.“

Eine Kapitalerhöhung hält Cryan derzeit weder für nötig - und angesichts der anhaltenden Diskussion um offene Baustellen auch nicht für möglich: „Ich rechne damit, dass wir unser Kapital organisch aufbauen können, was wir bedauerlicherweise über viele Jahre nicht getan haben“, sagte Cryan.

Außerdem gehe es derzeit um die Frage, mit welchen Argumenten das Geldhaus Investoren um frisches Kapital bitten könne. „Wir müssen erst beweisen, dass wir liefern können. Aktuell geht es darum, die Bank zu restrukturieren, um die Basis für zukünftiges profitables Wachstum zu schaffen“, so Cryan. „Damit stellt sich die Frage nach einer Kapitalerhöhung derzeit nicht.“

Der Kurs der Deutschen Bank war zuletzt abermals abgestürzt - zum Teil auf ein Rekordtief von etwa 12,11 Euro. Aktuell notiert die Aktie bei knapp 12,56 Euro – verglichen mit gut 28 Euro ein Jahr zuvor. Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite stand das Papier besser da.

„Der Aktienkurs ist enttäuschend, das steht außer Frage. Aber es gibt derzeit nun mal kaum Investoren, die unbedingt europäische Bankaktien kaufen wollen, erst recht nicht nach dem Brexit-Votum“, sagte Cryan. „Und innerhalb des Sektors ist die Deutsche Bank nicht das beliebteste Unternehmen. Die rechtlichen Auseinandersetzungen schrecken immer noch viele Investoren ab.“

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Juristische Fehden kosten Deutsche Bank Milliarden

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