John Thain: Ex-Merrill Chef verlässt Bank of America

John Thain
Ex-Merrill Chef verlässt Bank of America

Die Bank of America kommt nach der im Eilverfahren vollzogenen Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch nicht zur Ruhe: Der frühere Merrill-Chef John Thain tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Der Aktienkurs des Instituts stürzte nach Bekanntwerden des Rücktritts ab.

HB NEW YORK. Das Institut zieht nach ihrem Rekordverlust damit personelle Konsequenzen. Nachfolger wird Brian Moynihan, der bis zur Fusion bei der BoA die Investmentabteilung leitete. Die BoA-Aktien stürzten nach Bekanntwerden des Rücktritts mehr als zwölf Prozent ab.

Thain habe gemeinsam mit Vorstandschef Kenneth Lewis festgestellt, dass eine Zusammenarbeit nicht funktioniere, teilte das Institut nach einer Unterredung der beiden in New York mit. Lewis hatte sich in der vergangenen Woche entsetzt über das Ausmaß risikobelasteter Hypotheken und Schulden geäußert, die Merrill Lynch mit in die Ehe brachte. Wegen der Mitgift machte die BoA im vierten Quartal einen Rekordverlust von über 15 Mrd. Dollar und drohte mit einem Rückzug aus der Partnerschaft. Die US-Regierung sprang dem Institut daraufhin mit einer Finanzspritze von 20 Mrd. Dollar und umfangreichen Garantien zur Seite.

Nach dem Zusammenschluss mit der BoA war Thain in dem neuen Finanzriesen zuständig für das weltweite Bankgeschäft, das Wertpapiergeschäft und die Vermögensverwaltung. Er galt zudem als möglicher Nachfolger des 61-jährigen Lewis. Thain führte Merrill Lynch seit Dezember 2007. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt soll er einem Bericht des Fernsehsenders CNBC zufolge sein Büro für mehr als 1,2 Mio. Dollar neu ausgestattet haben.

Nach Ansicht vieler Investoren und Analysten verlief die Übernahme von Merrill Lynch übereilt. Auch der Kaufpreis von 24 Mrd. Dollar ist in ihren Augen überhöht. In den vergangenen Tagen wurden daher mehrere Klagen gegen die Bank of America angestrengt. Im Kreuzfeuer der Kritik stand vor allem Vorstandschef Lewis. Dieser hatte erklärt, hochrangige Regierungsvertreter hätten ihn zum schnellen Abschluss der Übernahme gedrängt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%