JP Morgan
Jamie Dimon unter Feuer

Zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche musste sich JP-Morgan-Chef Dimon vor einem Parlamentsausschuss erklären. Doch diesmal war es anders: Die Abgeordneten nahmen Dimon hart ran. Und draußen lauerten Demonstranten.
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WashingtonJamie Dimon muss es mittlerweile gewohnt sein, dass es fast überall Proteste gibt, wo er auch hinkommt. Also nahm der mächtige Chef der US-Großbank JP Morgan am Dienstagmorgen lieber gleich den Nebeneingang des Palamentsgebäudes in Washington und ließ die Demonstranten vom Bündnis „Robin Hood Tax“ vergeblich warten. Er sollte in den nächsten Stunden noch genug Ärger bekommen.

Dimon war zum zweiten Mal innerhalb einer Woche vor den Kongress geladen, um die im Mai bekannt gewordenen Milliardenverluste wegen Fehlspekulationen zu erklären. Und er tat vor dem Finanzsausschuss des Repräsentantenhauses, was er auch schon vergangenen Mittwoch vor dem Banken-Kommittee des Senats getan hatte: Er gab sich reumütig. Doch diesmal machten es ihm die Abgeordneten nicht so leicht.

„Rückblickend haben die Händler nicht das nötige Verständnis der Risiken gehabt, die sie eingegangen sind“, sagte der Chef der nach Vermögenswerten größten Bank Amerikas. Die Strategie für die fatalen Geschäfte sei „schlecht ausgearbeitet und überprüft“ gewesen. Die Fehlspekulationen der Londoner Abteilung Chief Investment Office, die die Bank mindestens zwei Milliarden Dollar kosten könnten, seien peinlich, aber eben nur Fehler einzelner.

Gleichzeitig sei man stets ehrlich zu Investoren und Aufsehern gewesen. „Wir haben offengelegt, was wir wussten, sobald wir es wussten”, sagte Dimon. Keinesfalls liege das Problem im System. JP Morgan sei gesund, gut kapitalisiert und stelle keine Ansteckungsgefahr dar. In seinem Eingangsstatement ging der Bankchef kein Risiko ein: Es war derselbe Text wie vergangene Woche vor dem Senat.

Die Abgeordneten indes, vor allem jene der demokratischen Partei, traktierten Dimon über insgesamt vier Stunden mit zum Teil harten Nachfragen. Manche hielten ihm vor, er beschäftige sich lieber mit Spekulationsgewinnen als mit Krediten für den Durchschnittsamerikaner.

Andere kritisierten das Risikomanagement der Bank und unterstellten, JP Morgan sei so groß, dass die Bank vom Steuerzahler aufgefangen werden müsste, sollte einmal etwas schiefgehen. Dimon ließ das nicht gelten: Sollte sein Institut tatsächlich einmal untergehen, werde es abgewickelt – ohne Schaden für die Steuerzahler.

Kommentare zu " JP Morgan: Jamie Dimon unter Feuer"

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  • Die grössten Skandale, nämlich die kriminellen Machenschaften von JPM rund um den Silbermarkt, sind noch nicht einmal angesprochen worden. Der Wal von London ist Peanuts im Vergleich zu dieser Geschichte. Aber eben - diese Leute kommen ungeschoren davon, während die kleinen Fische brutal als Exempel statuiert werden. Diese Story würde - käme sie voll ans Licht - einen Lynchmob mobilisieren. Und ich würde sagen: zu Recht.

  • Plutokraten unter sich, der US Kongress ist durchsetzt von Menschen wie Hr. Dimon.

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