JP Morgan jetzt wertvollste Bank Skandal um Wells Fargo kostet Buffett mehr als eine Milliarde

Der Skandal um Scheinkonten zwingt Wells Fargo zu härteren Maßnahmen – die US-Großbank kündigt eine genaue Prüfung an. Ihr Großaktionär muss bluten, ein Rivale profitiert.
Update: 14.09.2016 - 09:20 Uhr
Der Skandal um Scheinkonten belastet Wells Fargo weiter. Quelle: AFP
Wells Fargo

Der Skandal um Scheinkonten belastet Wells Fargo weiter.

(Foto: AFP)

New YorkDie US-Großbank Wells Fargo hat am Dienstag den Titel als wertvollste Bank der Welt verloren. Die Aktie gab im New Yorker Handel 3,3 Prozent auf 46,96 Dollar nach, der Konzern ist damit noch 236,9 Milliarden Dollar wert. Der Rivale JP Morgan kommt auf eine Börsenbewertung von 240,3 Milliarden Dollar.

Wells-Fargo-Großaktionär Warren Buffett trifft der Kursrückgang natürlich auch. Allein am Dienstag schrumpfte sein rechnerisches Vermögen laut der Finanzagentur Bloomberg um 1,4 Milliarden Dollar. Buffett hält 479 Millionen Wells-Fargo-Aktien, also etwa ein Viertel der Anteile. Außerdem gaben auch die Titel seiner Holding Berkshire Hathaway um zwei Prozent nach, was zum Vermögensverlust beitrug.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
Xetra

-0,65 -0,82%
+78,74€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

-0,09 -0,25%
+35,42€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

-0,68 -0,54%
+124,41€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

-0,37 -0,76%
+48,01€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
Xetra

+0,06 +0,04%
+140,72€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
FSE

+0,06 +0,24%
+24,77€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
FSE

-0,31 -0,68%
+45,50€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Wells Fargo will im Skandal um die falschen Konten durchgreifen. Bei einer Prüfung solle genau untersucht werden, wer was wann wusste, sagte Finanzvorstand John Shrewsberry bei einem Branchentreffen. Dabei werde vor keiner Hierarchieebene halt gemacht. Wells Fargo erreichte in der Sache in der vergangenen Woche mit drei US-Behörden einen Vergleich und zahlt eine Strafe von 185 Millionen Dollar. Zudem sollen Kunden der Bank fünf Millionen Dollar Entschädigung für fingierte Konten unter ihrem Namen erhalten.

Wells-Fargo-Mitarbeiter sollen Kunden zu kostspieligen Finanzprodukten überredet haben, die diese weder angefordert noch gebraucht haben. Teilweise mussten sie dafür Gebühren zahlen. Die Mitarbeiter wollten offenbar anspruchsvolle Verkaufsziele erreichen. Insgesamt richteten sie mehr als zwei Millionen falscher Konten ein. Das Verhalten sei nicht zu akzeptieren, sagte US-Finanzminister Jack Lew. Das müsse verfolgt und abgestellt werden. Wells Fargo kündigte zudem an, im Privatkundengeschäft künftig keine Ziele mehr ausgeben zu wollen. Wegen unangemessen Verhaltens hat die Bank bereits 5300 Mitarbeiter entlassen. Bei zehn Prozent handele es sich um Manager, sagte Shrewsberry. Darunter seien auch Filialleiter.

Wells-Fargo-Chef John Stumpf ist aufgefordert worden, in Washington zum Verhalten der Bank Rede und Antwort zu stehen. Stumpf sagte, das zumindest seine Vergütung nicht von den Absatzzielen positiv beeinflusst worden sei. „Es gibt keinerlei Verknüpfung der Verkaufsziele mit meiner Vergütung oder der anderer ernannter Mitglieder der Führungsgremien“, sagte Stumpf in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Im Jahr 2015 hatte er 19,3 Millionen Dollar verdient.

Zu Forderungen nach seinem Rücktritt sagte Stumpf: „Das beste, was ich im Moment tun kann, ist die Firma zu führen und diese Firma voranzubringen.“

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