JP Morgan: Schlechte Jahre für Hausversicherungen

JP Morgan
Schlechte Jahre für Hausversicherungen

Die deutschen Versicherer von Autos und Wohngebäuden kommen auch in den nächsten drei Jahren nicht aus der Verlustzone. Davon gehen die Analysten von JP Morgan aus. Sie erwarten allerdings eine leichte Besserung der Ertragslage in den beiden wichtigsten Sparten der Schaden- und Unfallversicherung. Dadurch könnte die Sachversicherung in Deutschland insgesamt mehr Gewinn abwerfen.
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FrankfurtGemessen an der Schaden- und Kostenquote erwarten die Analysten einen Rückgang von derzeit 98,5 Prozent auf 97 Prozent im Jahre 2013. Das wäre vor allem gut für die Allianz, den größten Sachversicherer hierzulande. Aber auch die entsprechenden Geschäftsbereiche von Generali Deutschland oder Zurich könnten davon profitieren.

Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer nehmen im Jahr etwa 55 Milliarden Euro an Prämien ein. Die mit Abstand größte Sparte ist die Autoversicherung mit Einnahmen von rund 20 Milliarden Euro, aber auch einem Verlust im Kerngeschäft von mehr als einer Milliarde Euro. Ursache ist die seit Jahren tobende Rabattschlacht in diesem Segment. Die Schaden- und Kostenquote lag im vergangenen Jahr bei schätzungsweise 106 Prozent. Das heißt: Eigentlich müssten die Versicherer sechs Prozent mehr Prämien haben, um ihre Kosten zu decken.

Noch schlechter war es im vergangenen Jahr um die Ertragslage in der Wohngebäudeversicherung bestellt. Die Sparte bringt knapp fünf Milliarden Euro an Einnahmen. Die Schaden- und Kostenquote stieg auf 113 Prozent. Ursache hierfür waren Unwetter, die zu höheren Auszahlungen der Versicherer führten. In den kommenden Jahren rechnen die Analysten von JP Morgan in diesem Segment mit einer Quote von 107 Prozent, die Sparte bleibt also tief in den roten Zahlen.

Geld verdienen die Versicherer dagegen in den meisten anderen Bereichen in der Schaden- und Unfallversicherung. Dazu zählen Hausrat, Haftpflicht, Unfall, Feuer, Transport und Rechtsschutz. Vielfach gibt es zwischen den einzelnen Sparten Quersubventionen, weil die Unternehmen oft in Erträgen pro Kunde rechnen.

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