JP Morgan und Wells Fargo
US-Großbanken legen guten Jahresstart hin

JP Morgan macht im ersten Quartal mehr Gewinn, als Analysten erwartet hatten. Das Investmentbanking zieht an. Wells Fargo legt sogar einen Gewinnsprung um mehr als zehn Prozent hin - die Wall Street reagiert erleichtert.
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New York/San FranciscoDie US-Großbank JP Morgan hat mit einem überraschend starken Jahresauftakt Hoffnung auf ein Ende der Krise in der gebeutelten Finanzbranche geweckt. Für das erste Quartal präsentierte das Institut am Freitag einen Nettogewinn von 5,4 Milliarden Dollar. Das lag zwar drei Prozent unter dem außergewöhnlich starken Vorjahresquartal, war aber mehr, als Experten von der Bank erwartet hatten.

Vor allem das Investmentbanking, das Ende 2011 wegen der Euro-Schuldenkrise vielerorts zum Erliegen gekommen war, zog in den vergangenen Monaten wieder an, wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon erklärte. Im Privatkundengeschäft belebte sich zudem die Kreditnachfrage weiter - Anzeichen dafür, dass der Konjunkturaufschwung in der weltgrößten Volkswirtschaft anhält. Die Konzern-Einnahmen kletterten im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar.

Der Konkurrent Wells Fargo ist dank besser laufender Kreditgeschäfte mit einem Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal stand unter dem Strich ein Gewinn von 4,25 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro). Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Bank am Freitag in San Francisco mitteilte.

Die Schuldenkrise lässt Wells Fargo weitgehend kalt, weil sich das Institut auf das Privatkundengeschäft konzentriert und vergleichsweise wenig Investmentbanking betreibt. Da in den USA die Arbeitslosigkeit zuletzt zurückgegangen ist, zahlen die Schuldner ihre Kreditraten wieder pünktlicher.

Mit dem Ergebnis schnitt die viertgrößte US-Bank etwas besser ab als von Analysten erwartet. „Wells Fargo hat im ersten Quartal ein hervorragendes Ergebnis eingefahren - vor allem dank stark gestiegener Einnahmen“, sagte Bank-Chef John Stumpf. Die Einnahmen der 160 Jahre alten Bank kletterten im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel auf 21,6 Milliarden Dollar.

Im Kreditgeschäft entspannte sich die Lage dank der soliden Entwicklung der US-Wirtschaft dabei weiter. „Die Kreditqualität hat sich in den zurückliegenden zwei Jahren deutlich verbessert. Wir erwarten, dass sich das im laufenden Jahr fortsetzt, wenn auch etwas langsamer“, sagte Risikovorstand Mike Loughlin.

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  • Haben sie noch ein paar Dumme gefunden, die ihnen ihre wertlosen Derivate abgekauft hat?
    DDRv2.de

  • Man muesste eigentlich darueber schreiben, mit wie viel gedrucktem Geld, mit wie viel Enteignung durch negative Realverzinsung diese Gewinne und die sicherlich immer noch extrem hohen Boni finanziert werden.

    Aber daran hat in den USA kaum jemand Interesse - zumindest viele von denen nicht, die die Medien repraesentieren. Niemand wagt die FED-Aktionen oder die Politik von Obama wirklich in Frage zu stellen. Ich habe mich falsch ausgedrueckt - niemand von diesen beguenstigten Lobbys ist daran interessiert.

    Aber dies war ja eigentlich auch schon vor der Krise so...und ich kann mich noch gut an eine oft zitierte Aussage beim Krisenausbruch erinnern - "Bitte keinen Fingerzeig auf etwaige Schuldige". Den hat es dann auch nie gegeben, sondern nur weiterhin Opfer, die bezahlen.

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