Julius Bär
Privatbank kürzt wegen starkem Franken Stellen

Mit einem Sparprogramm will die Privatbank Julius Bär die Auswirkungen des starken Franken abfedern. Auch 200 Stellen sollen abgebaut werden. Anleger freuen sich dagegen über die erhöhte Dividende.
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ZürichDie Schweizer Privatbank Julius Bär reagiert mit dem Abbau von rund 200 Stellen auf den starken Franken. Insgesamt sollen die Kosten um rund 100 Millionen Franken gesenkt werden, kündigte das Geldhaus am Montag mit. Bank-Chef Boris Collardi zeigte sich zuversichtlich, mit den Sparmaßnahmen die Profitabilität des Vermögensverwalters schützen zu können. „Untermauert wird diese Zuversicht durch die Absicht des Verwaltungsrates, eine deutlich höhere Dividende vorzuschlagen“, erklärte Collardi. Im vergangenen Jahr musste Bär noch nicht mit dem starken Franken kämpfen, sodass der Gewinn um 22 Prozent auf 586 Millionen Franken zulegte.

Die Vermögensverwalter gehören zu den Branchen, die von der schockartigen Aufwertung des Frankens nach der Aufgabe der Anbindung an den Euro durch die Schweizer Notenbank Mitte Januar am stärksten betroffen sind. Julius Bär legte nun als erstes größeres Institut offen, was das bedeutet. Die Zürcher Bank erwirtschaftet fast 90 Prozent der Erträge in Fremdwährungen, während es bei den Kosten nur 40 Prozent sind.
Mit der Aufwertung des Franken sinken die Einnahmen deutlich stärker als die Kosten, sodass unter dem Strich weniger übrig bleibt. Mit dem Abbau von knapp vier Prozent aller Stellen will Bär nun gegensteuern. Davon am meisten betroffen seien Mitarbeiter in der Schweiz, erklärte Finanzchef Dieter Enkelmann auf einer Telefonkonferenz.

Auch bei Credit Suisse und UBS dürfte der Franken Bremsspuren hinterlassen. Allerdings entfällt bei den Schweizer Großbanken ein größerer Anteil der Ausgaben auf Fremdwährungen, so dass bei ihnen weniger harte Einschnitte notwendig sein dürften.

Im vergangenen Jahr lief es bei Julius Bär rund. Das Institut schloss die im August 2012 angekündigte Übernahme des nicht-amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch praktisch ab und sicherte sich so viele neue Kunden vor allem in wachstumsstarken Schwellenländern. Hinzu kam Rückendwind von den Finanzmärkten, sodass die verwalteten Vermögen um 14 Prozent auf den Rekordwert von 291 Milliarden Franken kletterten. Für 2014 sollen die Aktionäre nun eine um zwei Drittel auf einen Franken pro Aktie erhöhte Dividende erhalten. An der Börse kam die Dividendenanhebung bei den Anlegern an. Die Bär-Titel schossen im frühen Handel um 7,5 Prozent auf 40,40 Franken in die Höhe.

Die größte Unsicherheit bleibt für Bär der US-Steuerstreit. Nach UBS, Credit Suisse und einigen kleineren Banken geht Bär davon aus, sich als eine der nächsten Institute mit den US-Behörden einigen zu können. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das dieses Jahr sein wird“, erklärte Collardi. Analysten rechnen damit, dass Bär wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung bis zu eine Milliarde Dollar bezahlen muss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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