Käufer gefunden
Deutsche Bank verkauft BHF

Nach langer Suche hat die Deutsche Bank einen Käufer für die Tochter BHF gefunden. Der Finanzinvestor RHJ greift zu. Die Gesellschaft mit Sitz in Belgien will die BHF mit einer Investmentbank verschmelzen.
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Frankfrut/DüsseldorfDie Deutsche Bank hat einen Käufer für ihre Tochter BHF-Bank gefunden. Die in Belgien ansässige Finanzdienstleistungsgruppe RHJ International (RHJ) wolle 384 Millionen Euro für das Traditionsinstitut zahlen, teilte die Deutsche Bank in Frankfurt mit. RHJ kündigte an, die BHF-Bank mit seiner Investmentbank Kleinwort Benson zusammenzuführen.
Die Deutsche Bank hatte die BHF-Bank 2009 zusammen mit der Privatbank Sal. Oppenheim erworben und anschließend sofort zum Verkauf gestellt. Doch bisherige Anläufe scheiterten. Anfang 2011 war der Dax-Konzern mit der Liechtensteiner Fürstenbank LGT bereits handelseinig - die Bafin ließ dieses Geschäft jedoch im letzten Moment platzen.

Mit RHJ hatte die Deutsche Bank bereits im Juli 2011 exklusive Verhandlungen ausgenommen. Doch die Bafin beäugte den Investor, hinter dem der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand Lenny Fischer steht, skeptisch. Die Deutsche Bank betonte, dass die Aufsichtsbehörden dem Geschäft noch zustimmen müssen.

Die Aufseher hatten Zweifel angemeldet, dass die Finanzgruppe genügend Eigenkapital für den Kauf mitbringt. Da sich die Deutsche Bank nun aus der Deckung wagt, ist davon auszugehen, dass die Behörde informell ihre Einwilligung gegeben hat.

Daher hat RHJ hat für die Übernahme der BHF nun mehrere Co-Investoren ins Boot geholt. Die chinesische Fosun Group, BMW-Aktionär Stefan Quandt, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock und der US-Investor Timothy Collins würden sich an einer Kapitalerhöhung der RHJ-Tochter Kleinwort Benson Group (KBG) beteiligen, über die RHJ die BHF-Bank übernimmt, teilte RHJ mit. Auch nach Abschluss der beabsichtigten Kapitalerhöhung bleibe RHJ mit einem Anteil von rund 60 Prozent Mehrheitsaktionär der KBG.

Mit dem Erwerb steigt Ex-Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer, der den Finanzinvestor RHJ leitet, wieder in den deutschen Bankenmarkt ein. Wäre der Verkauf gescheitert, hätte die Deutsche Bank einen schweren Imageschaden erlitten. Allerdings hatte sich Finanzvorstand Stefan Krause bis zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass er den Verkauf der BHF-Bank im zweiten Anlauf zum Erfolg führen würde.

Die Frankfurter Traditionsbank, deren Wurzeln bis ins Jahr 1854 zurückreichen, war bereits für die interne Abwicklungsbank der Deutschen Bank vorgesehen. Die BHF-Bank war in den vergangenen Jahren bereits stark verkleinert worden. Vorstand und Belegschaft hatten sich gegen eine Integration in die Deutsche Bank starkgemacht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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