Kapitalanforderungen Eine Bank reißt die EZB-Anforderungen

Eine Bank hat die jährliche Überprüfung durch die EZB-Bankenaufsicht nicht bestanden. Sie erfüllt die Kapitalanforderungen der Zentralbank nicht. Den Namen veröffentlicht die EZB nicht.
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Kapitalanforderungen: Eine Bank reißt die EZB-Anforderungen Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Inzwischen überwacht die EZB 119 Institute der Euro-Zone.

(Foto: dpa)

Frankfurt
Bei der jährlichen Prüfung der EZB-Bankenaufseher hat diesmal ein großes Geldhaus im Euro-Raum die Kapitalanforderungen verfehlt. In einer am Montag veröffentlichten Präsentation der Europäischen Zentralbank (EZB) zur jährlichen Überprüfung (SREP) der Institute nannten die Bankenwächter allerdings keinen Namen. Im Schnitt lagen diesmal die Kapitalanforderungen bei 10,6 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die verlangte Quote mit 10,4 Prozent fast genau so hoch.

„Die Banken sind weitgehend widerstandsfähig und stabil“, hieß in der Präsentation der EZB-Bankenaufseher. Aus dieser geht hervor, dass die meisten Geldhäuser deutlich mehr Kapital vorhalten als es die EZB-Mindestanforderungen vorsehen. Bei der Bankenprüfung im vergangenen Jahr waren noch fünf Banken bei der Kapitalausstattung durchgefallen. Zwei davon, die italienischen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca wurden inzwischen auf Kosten der Steuerzahler zerschlagen.

Die Risiken für die Institute konzentrierten sich auf die Themen Ertragskraft und faule Kredite, erklärten die Aufseher. So mache das anhaltende Niedrigzinsumfeld den Banken zu schaffen. Dies belastet vor allem die Gewinnmargen im angestammten Zinsgeschäft. Zudem sind laut EZB die Banken beim Abbau fauler Kredite zwar vorangekommen. Es gibt den Kontrolleuren zufolge aber immer noch eine substanzielle Zahl an Geldhäusern, die auf hohen Beständen an Problemdarlehen sitzen.

Von vier Banken verlangten die Aufseher konkrete quantitative Schritte zur Verbesserung ihrer Liquiditätslage – 35 Instituten wurden nur qualitative Vorgaben gemacht. Die Kontrolleure forderten zudem von 84 Instituten Maßnahmen, mit denen sie etwa Schwächen bei der Behandlung von Problemkrediten, in der Unternehmensführung oder bei der Datenqualität angehen sollen. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Banken des Währungsraums zuständig. Inzwischen überwacht sie 119 Institute direkt. Die Kontrolle der kleineren Geldhäuser teilt sie sich mit den nationalen Aufsehern.

  • rtr
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