Kapitalerhöhung: Commerzbank will den Staat rausschmeißen

Kapitalerhöhung
Commerzbank will den Staat rausschmeißen

Die Commerzbank plant eine Kapitalerhöhung. Damit will sie den Staat ausbezahlen und das Kernkapital aufbessern. Zudem will Bankchef Blessing den Investoren wieder eine Dividende zahlen. Doch die Aktie stürzt ab.
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Martin Blessing kann die Witze nicht mehr hören. Im Bankenverband lästern sie über ihr zweitgrößtes Mitglied, das ja eigentlich dort nichts zu suchen habe, weil es zu einem Viertel keine Privat- sondern eine Staatsbank sei. Und auf einer Tagung der Sparkassen frotzelte kürzlich ein Vorstand: „Die Commerzbank hat das Trennbankensystem schon vollzogen: Hier Staatsbank, dort der Rest.“

Damit soll Schluss sein. Blessing will den Staat loswerden. Der Schritt, der dazu nötig ist, schmerzt allerdings: Mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung plant die Bank, die Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) über rund 1,6 Milliarden Euro sowie der Allianz über 750 Millionen Euro vorzeitig zurückzuzahlen. Die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro soll von der Hauptversammlung der Commerzbank beschlossen werden, die auf den 19. April 2013 vorgezogen wird. Die Anleger reagierten schockiert.

„Die staatliche Unterstützung war immer als temporäre Lösung gedacht“, betonte Bankchef Martin Blessing in einer Telefonkonferenz. „Für uns ist der heutige Tag ein Wendepunkt. Jetzt sind wir eine ganz normale Bank, die einen größeren Aktionär hat.“ Zugleich bedankte er sich ausdrücklich für „die Unterstützung seitens der Politik und des Steuerzahlers.“ Das Kreditinstitut war 2008 während der Finanzkrise unter den Banken-Rettungsschirm geflüchtet.

Nach Durchführung der Transaktion wird der Anteil des Soffin voraussichtlich unter 20 Prozent von derzeit 25 Prozent sinken. Der Staat hat dann keine Sperrminorität mehr. Bislang konnte der Bund bei wichtigen Entscheidungen sein Veto einlegen.

Die Bundesregierung begrüßte den angekündigten Schritt. „Es ist erfreulich, dass die Commerzbank sich im Hinblick auf die zu erwartenden Anforderungen von Basel III am Kapitalmarkt langfristig anrechenbares Kernkapital beschafft“, erklärte das Bundesfinanzministerium in Berlin. „Mit dieser Rückzahlung und durch den infolge der Kapitalmaßnahme verringerten Aktienanteil des Bundes wird nachvollziehbar, aber marktschonend der Einstieg in den Ausstieg vollzogen.“ Dies sei ein wichtiger Schritt, um neue Investorenkreise zu gewinnen und das Vertrauen in das Geschäftsmodell der Commerzbank weiter zu stärken.

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  • Nix für ungut, aber die paar Leerverkäufe tun der Commerzbank auch nicht weh. Im übrigen sind Leerverkäufe alles Andere als risikolose Goldeseln (wie in der Springer-Presse gerne behauptet wird). Ich verstehe ja, daß in der mit der Materie nicht so befassten Masse Sprüche wie "Die Heuschrecken drücken die Preise", "Die Banken machen den Mais teuer" oder "Edelmetalle sind so billig/teuer weil JPMorgan den Kurs manipuliuert" en vogue sind, aber bei der CoBa sind Probleme hausgemacht. Da war man einfach zu optimistisch, was die Bewertung der - teils nicht gänzlich offensichtlichen - Risiken in der Dresdner betrifft. Da hätte man vielleicht besser hinsehen sollen. Aber wenn man 'mal Fehler macht, dann kommt auch meistens noch Pech (hier: sogenannte "Finanzkrise" 2008) dazu. Der Teufel schläft nicht, die "Euro-Schuldenkrise" gibt einem dann den Rest.
    Ich sehe das genau so wie Benutzer "Raus_mit_ihm", der vor mir schrieb, daß die neue Linie mit Fokus auf das Privatkundengeschäft bestimmt auch nicht zielführend ist. Meiner persönlichen Meinung nach ist beim Privatkundengeschäft gar nix zu holen, da ist der Markt beinhart. Die Konkurrenz (Großteils also die Sparkassen und die DB) ist im Filialbereich einfach zu stark und in Zeiten des allgegenwärtigen Internets gehen Sparfüchse ohne Filialbedarf zu DKB, DenizBank, ING und Co. Sinnvoll wäre es gewesen, den Privatkundenbereich zu verkaufen, beispielsweise an die DB. Klar, auch das wäre ein Imageschaden gewesen, aber man hätte sicher einen halbwegs fairen Preis herausschlagen können. Dann hätte man sich voll und ganz aufs Investmentbanking konzentrieren können, denn da sehe ich die Coba eigentlich besser aufgestellt. Aber so wird das nix mehr, mal gucken, ob's nächste Woche noch bezahlbare Puts mit Basis 10 gibt. Letzter Kommentar noch: Der Reverse-Split mit 10:1 ist meiner Meinung auch unglücklich, da ist man bald wieder einstellig. Auch wenn das nur eine psychologische Sache ist, 1:25 wäre besser gewesen, IMO.

  • Das Schlimme ist ja, dass Blessing mitten in der Krise ohne irgendeinen vernünfgigen Grund die marode Dresdner Bank von seinen Spezis aus der Allianz übernommen hat. Ich habe ihm damals via sein Vorzimmer ausrichten lassen, wenn er das in der Schweiz getan hätte, hätte ich gegen ihn ein Trafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (158 CH-StGB) eingeleitet, da es bereits seinerzeit völlig offensichtlich war, dass mit diesem Himmelfahrtskommando nur die Interessen der Allianz wahrgenommen wurden (und, ich vermute mal, auch Blessings eigene in Form eines schönen Kickbacks). Jedenfalls habe ich aus Blessings Vorzimmer vollkommen indiskutable Antwort erhalten, ich möge doch an die Qualität dieser Entscheidung glauben und es komme schon alles gut (sinngemäss). Im Prinzip gehört dem Mann auch in Deutschland ein Strafverfahren an den Hals und er selbst danach mit Schimpf und Schande fortgejagt, aber eben: Deutschland liegt nicht in meiner Zuständigkeit...

  • Die milliardenschweren Subventionen für den offensichtlich völlig unfähige Blessing und seine Commerzbank ist von vorne bis hinten konsequente DDR-Misswirtschaft. Danke Merkel!
    Minderleistung muß sich lohnen! Eine Richtschnur auch der F.D.P!

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