Kapitalerhöhung Deutsche Bank gibt neue Aktien zu 11,65 Euro aus

Deutschlands größtes Geldhaus hat zwei Tage vor der Vermarktung der neuen Aktien den Preis für die Anteilscheine veröffentlicht. Mit 11,65 Euro gewährt die Bank einen Abschlag von rund 35 Prozent auf den Freitagskurs.
Update: 19.03.2017 - 15:32 Uhr Kommentieren
Am Dienstag startet die Vermarktung der neuen Aktien des größten deutschen Geldhauses. Quelle: AFP
Deutsche Bank

Am Dienstag startet die Vermarktung der neuen Aktien des größten deutschen Geldhauses.

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FrankfurtLange hatte sich Deutsche-Bank-Chef John Cryan gegen eine Kapitalerhöhung gewehrt, doch nun fällt der Startschuss für eine üppige Kapitalspritze für das Kreditinstitut. Die Deutsche Bank will in den kommenden zwei Wochen rund 687,5 Millionen Aktien vermarkten. Den Preis je Anteilsschein legte die Bank auf 11,65 Euro fest. Das war die Untergrenze, zu der die Bank die neuen Aktien hatte losschlagen wollen. Im Vergleich zum Schlusskurs der Aktie am Freitag entspricht das einem Abschlag von 35 Prozent. Der Bank fließen dadurch rund acht Milliarden Euro an frischem Kapital zu.

Auf der Roadshow, bei der die Deutsche Bank für die Kapitalerhöhung geworben hat, hätte man den Eindruck gewonnen, dass es zu diesem Preis eine gute Nachfrage gebe, hieß es in Finanzkreisen. Wohl auch deshalb hat sich der Kreis der Banken, die für die Transaktion garantieren, von ursprünglich acht Häusern auf mittlerweile 30 Finanzinstitute vergrößert, wie die Bank mitteilte. So groß, dass man einen höheren Preis hätte wagen wollen, sei die Begeisterung aber auch nicht gewesen, ist zu hören.

Die Kapitalerhöhungen der Deutschen Bank
April 1999
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Um den Erwerb der US-Investmentbank „Bankers Trust“ zu finanzieren, griff der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf-Ernst Breuer zu einer Kapitalerhöhung von 3,3 Milliarden Euro. Dabei wurden etwa 80 Millionen Aktien ausgegeben.

September 2008
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Ab 2002 übernahm der Schweizer Josef Ackermann das Steuer bei der Deutschen Bank. Im September 2008 übernahm die Deutsche Bank 29,75 Prozent an der Deutsche Postbank AG. Um dies zu finanzieren, platzierte die Deutsche Bank insgesamt 40 Millionen Namensaktien bei den institutionellen Anlegern. Der Bruttoemissionserlös belief sich damals auf rund 2,2 Milliarden Euro.

März 2009
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Bereits sechs Monate nach der letzten Kapitalerhöhung gab die Deutsche Bank im März 2009 etwa 50 Millionen neue Aktien aus – im Wert von 958 Millionen Euro. Diese erneute Kapitalerhöhung diente weiterhin der Finanzierung der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an der Deutsche Postbank AG.

Oktober 2010
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Insgesamt drei große Kapitalerhöhungen gehen auf das Konto von Vorstandschef Josef Ackermann. Im Oktober 2010 wurden 308,6 Millionen neue Stückaktien ausgegeben, weshalb sich das Grundkapital der Deutschen Bank um 790 Millionen auf knapp 2,4 Milliarden Euro erhöhte. Der Bruttoemissionserlös betrug 10,2 Milliarden Euro. Grund dieser Kapitalerhöhung war weiterhin die Postbank. Sie sollte konsolidiert werden, außerdem sollte die Kapitalbasis der Deutschen Bank generell gestärkt werden.

April 2013
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Im April 2013 war nicht mehr Josef Ackermann Vorstandschef der Deutschen Bank, sondern Jürgen Fitschen (r.) und Anshu Jain steuerten die Geschicke der Bank. Es wurden 90 Millionen neue Aktien bei den Anlegern platziert, wodurch sich der Bruttoemissionserlös auf 2,96 Milliarden Euro belief. Diese Erhöhung diente allein der Stärkung des Eigenkapitals.

Juni 2014
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Das Duo Jain und Fitschen verantwortete im Juni 2014 eine weitere, große Kapitalerhöhung der Deutschen Bank. Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien erhöhte sich um 359,8 Millionen. Der Brutto-Emissionserlös belief sich auf 8,5 Milliarden Euro. Die Doppelspitze war noch bis 2015 im Amt, seit 2016 leitet John Cryan die Geschicke der Deutschen Bank.

März 2017
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Vorstandschef John Cryan plant aktuell eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro. Die Deutsche Bank brauche das Geld, um die künftigen Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, aber auch, um eine massive Umstrukturierung zu finanzieren. Unter anderem soll die Führungsspitze der Bank neu geordnet werden.

Bei der Transaktion handelt es sich um eine Bezugsrechteemission. Das bedeutet, die Aktionäre der Bank erhalten für je zwei Aktien das Recht, eine der neuen Aktien zu kaufen. Wer daran kein Interesse hat, kann sein Bezugsrecht an der Börse verkaufen.

Am Montag wird die Deutsche Bank neben ihrem Geschäftsbericht auch den Prospekt für die Kapitalerhöhung veröffentlichen. Die Zeichnungsfrist für die Aktien beginnt am Dienstag und läuft bis zum 6. April. Den Neu-Aktionären winkt schon bald eine erste kleine Belohnung für ihr Interesse: Die Bank will auf der Hauptversammlung im Mai die gesetzliche Mindestdividende für die Geschäftsjahr 2015 und 2016 ausschütten, zusammen 0,19 Euro je Aktie. Kürzlich verdonnerte ein Gericht die Bank zur Zahlung der gesetzlichen Mindestdividende.

Von dieser Entscheidung sollen nun ebenso die neuen Aktionäre profitieren – darunter auch der neue Großaktionär, der chinesische Mischkonzern HNA. HNA hatte sich im Februar ein Aktienpaket von etwa drei Prozent gesichert. HNA lässt die Aktien vom österreichischen Vermögensverwalter C-Quadrat verwalten. Die Chinesen hatten schon bei ihrem Einstieg signalisiert, dass sie sich auch vorstellen könnten, ihren Anteil etwa bei einer Kapitalerhöhung weiter zu steigern.

Für das Engagement wird der neue Großaktionär nun auch mit einem Posten im Aufsichtsrat bedacht: Der Aufsichtsrat will der Hauptversammlung die Wahl von C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz in das Kontrollgremium vorschlagen. Außerdem soll Google-IT-Sicherheitschef Gerhard Eschelbeck neu in den Aufsichtsrat einsteigen.

Schütz und Eschelbeck ersetzen Ex-Siemens‧chef Peter Löscher und den früheren Haniel-Vorstand Klaus Rüdiger Trützschler, die aus dem Gremium ausscheiden. Daneben nominierte der Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag seinen amtierenden Vorsitzenden Paul Achleitner für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren. Im Falle seiner Bestätigung wollen die anderen Aufsichtsräte Achleitner zu ihrem Vorsitzenden wählen.

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