Kapitalerhöhung
Die Commerzbank zieht alle Register

Not macht erfinderisch: Die Commerzbank hält ihr Geld zusammen. Das gigantische Kapitalloch ist gestopft, die Mitarbeiter sorgen für zusätzliche Puffer. Konzernchef Blessing wertet das als Beleg für Zustimmung zu seinem Kurs.
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FrankfurtDie teilverstaatlichte Commerzbank zieht bei ihren Bemühungen um eine stabile Kapitalbasis alle Register. Nachdem die Bank zuletzt mehrere Male nachrangige Anleihen zurückkaufte und zum Teil mit Aktien bezahlte, wandelte sie nun Lohnforderungen in Eigenkapital um. Die Zahl der Aktien steigt um 176,5 Millionen Stück oder 3,2 Prozent auf 5,77 Milliarden, wie die Bank am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte. Am Donnerstag wurde die Maßnahme vollzogen. Im Jahresverlauf steigt die Aktienzahl durch verschiedene Schritte um 13 Prozent. Der Bund bleibt auch nach der neuerlichen Kapitalerhöhung weiter mit etwas mehr als 25 Prozent größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank.

Hintergrund der jüngsten Maßnahme: Außertarifliche Mitarbeiter tauschen variable Vergütungen im Gesamtwert von knapp 214 Millionen Euro in Aktien. Nach Angaben der Bank entschieden sich 90 Prozent der teilnahmeberechtigen Mitarbeiter für den Tausch. Viele davon wollen die neuen Papiere allerdings nicht behalten und haben die Bank beauftragt, die Anteile direkt wieder am Markt zu platzieren. So sollen rund 128,3 Millionen oder 73 Prozent der neuen Papiere mit Hilfe der Deutschen Bank an Investoren verkauft werden. Das Geld geht dann an die Mitarbeiter. Sie erhalten insgesamt knapp 163 Millionen Euro, da die Aktien für 1,27 Euro pro Stück platziert wurden.

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte die Maßnahme im Januar angekündigt. Damals hatte der Dax-Konzern ein Bündel an Ideen zum Stopfen der von der europäischen Bankenaufsicht (EBA) festgestellten Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro vorgestellt.

Mit der Teilnahme seiner leitenden Angestellten zeigte sich Blessing zufrieden. „Durch die hohe Zustimmungsquote verzeichnen wir einen positiven Effekt von über 200 Millionen Euro für unser Kernkapital. Zwar haben wir unser EBA-Kapitalziel bereits erreicht. Aber in Zeiten wie diesen kann eine Bank - salopp formuliert - gar nicht genug Kapital haben“, erklärte der Konzernchef. „Vor allem aber haben die Mitarbeiter ein deutliches Signal der Verbundenheit gesetzt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Genau, verstaatlichen! ... wie gut Banken überleben wenn sie staatlich geführt werden, haben wir bereits erlebt. ISB, KFW, LaBas! Superidee!

  • Riesenprobleme bei Commerzbank. Nur durch lasche Buchhaltungsregeln lässt man die Pleitebanken am leben. Deutsche Bank hat eine Eigenkapitalquote von 2,6% und dabei wurden sehr viele Verluste noch gar nicht realisiert. Übrigens selbst dieser winzige Eigenkapitalanteil hat einen Marktwert von 47% ==> also hat man theoretisch Equity Value zu Assets von etwas über 1%. Banken KURZFRISTIG verstaatlichen, Bilanzen säubern.

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