Kapitalerhöhung: LBBW hält die Hand auf

Kapitalerhöhung
LBBW hält die Hand auf

In der Bankenwelt jagt eine Verlustmeldung die andere. Auch der LBBW fehlen nach einem schlechten Jahr 2008 Milliarden. Die Landesbank will ihr Eigenkapital aufstocken und zählt auf ihre Anteilseigner, doch die könnten sich quer stellen. Dann muss der Rettungsschirm der Bundesregierung herhalten.
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HB STUTTGART. Die schwer angeschlagene Landesbank LBBW hält die Nutzung von Bundeshilfen für möglich. Falls die geplante Kapitalerhöhung durch die Eigentümer nicht zustande komme, sei auch der Gang zum Bankenrettungsfonds Soffin eine Option, sagte LBBW-Chef Siegfried Jaschinski der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ laut Vorabbericht. Ein Banksprecher machte am Freitag deutlich, ein solcher Schritt werde derzeit aber nicht geprüft.

„Wir brauchen eine Eigenkapitalerhöhung um fünf Mrd. Euro, um gemeinsam mit unseren Kunden diese Krise durchstehen zu können“, sagte Jaschinski in dem Interview. Sonst müsse das Institut wegen fehlenden Eigenkapitals Kreditlinien kürzen. Die Eigenkapitalquote der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) liegt Jaschinski zufolge derzeit nur „bei sechs Prozent.“

Im laufenden Jahr sieht der Bank-Manager die wegen der Rezession fälligen Wertberichtigungen auf Firmenkredite als die größte Herausforderung. Es gebe zwar noch keine Welle von Insolvenzen. „Aber die Produktionskürzungen in der Automobilindustrie verschlechtern die Bonität der Zulieferer - und deshalb hat die LBBW erste Wertberichtigungen“, räumte er ein.

Die LBBW steckt tief im Sumpf der Finanzkrise und hatte für die ersten neun Monate 2008 bereits einen Verlust vor Steuern von fast 900 Mio. Euro gemeldet. Belastungen von 1,8 Mrd. seien zu verkraften gewesen, hieß es im November. Eine Belebung der Geschäfte ist nicht in Sicht. „Die Monate September und Oktober waren sehr schlecht. Im November waren die Belastungen geringer und im Dezember war eine Seitwärtsbewegung festzustellen“, sagte der Bankchef.

Die LBBW schreibt zwar dunkelrote Zahlen, im Konzernabschluss nach HGB sollen aber so viele Reserven aufgelöst werden, dass das Institut einen Gewinn ausweisen kann. Dieser soll an stille Gesellschafter und Genussschein-Inhaber ausgeschüttet werden. „Wir wollen diese Anleger nicht verlieren, denn wir brauchen die Refinanzierung über den Kapitalmarkt“, erläuterte Jaschinski.

Der Manager sieht dafür die Rückendeckung der LBBW-Eigner. Das sind das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart sowie die Sparkassen. „Es geht nicht um Treueschwüre. Ich kann mich über fehlenden Zuspruch nicht beklagen“, sagte Jaschinski.

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