Kapitalgeber wehren sich: Lone Star kriegt Gegenwind bei AHBR-Zerschlagung

Kapitalgeber wehren sich
Lone Star kriegt Gegenwind bei AHBR-Zerschlagung

Dass der neue Eigentümer der angeschlagenen Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), der Finanzinvestor Lonestar, das Institut zerschlagen will, stößt etlichen Kapitalgebern sauer auf. Sie wollen dies verhindern.

HB FRANKFURT. Es gebe unterschiedliche Rechtsauffassungen und offene Rechtsfragen, räumte ein Sprecher der AHBR am Dienstag in Frankfurt ein. „Diese gilt es nun zu prüfen.“ Der Sprecher ließ offen, welche Kapitalgeber gegen die in der vergangenen Woche angekündigte Rosskur der Bank unter ihrem neuen Eigentümer opponierten.

Der US-Finanzinvestor hatte angekündigt, Staatsfinanzierung sowie private Immobilienfinanzierung und damit mehr als vier Fünftel des Geschäftsvolumens der AHBR abzuspalten. Künftig will sich die Bank auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung konzentrieren.

Einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ (Dienstagausgabe) zufolge machen stille Einleger geltend, dass der Ausstieg aus Teilen des Geschäfts ohne Zustimmung der Kapitalgeber nicht möglich ist. „Mit diesem Hebel soll offenbar der AHBR-Umbau auf juristischem Weg blockiert werden“, hieß es in dem Bericht.

Lone Star ist nicht verhandlungsbereit

Die stillen Beteiligungen der AHBR belaufen sich auf 372 Mill. Euro, hinzu kommen Genussrechte im Volumen von 567 Mill. Euro. Beide Formen des Kapitals müssen nach Worten des AHBR-Vorstandsvorsitzenden und Lone-Star-Deutschlandchefs Karsten von Köller den für 2005 erwarteten Fehlbetrag von 1,1 Mrd. bis 1,3 Mrd. Euro mittragen. Der Banker hatte bereits angedeutet, es gebe deshalb Unmut bei den stillen Einlegern, unter denen die genossenschaftliche DZ Bank mit 140 Mill. Euro der größte ist. Von Köller machte aber klar, dass er kaum Spielraum für Kompromisse sieht: „Gespräche vielleicht, Verhandlungen nicht.“

Lone Star wollte sich in der Angelegenheit nicht äußern und verwies auf die AHBR. Die DZ Bank war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bankenpleite knapp abgewendet

Lone Star hatte die AHBR im Dezember übernommen, nachdem ein gemeinsamer Verkauf der AHBR mit der Bausparkasse BHW gescheitert war. BHW wurde von der Postbank gekauft, die sich von sämtlichen Risiken im Zusammenhang mit der AHBR befreien ließ. Der Finanzinvestor erhielt für die Übernahme der maroden AHBR 871 Mill. Euro.

Das Institut war 2001 wegen Zinsspekulationen in Schieflage geraten und wurde von den Eigentümern massiv gestützt. Kurz vor der Übernahme durch Lone Star hatte die AHBR eine Liquidation nicht ausgeschlossen. Es wäre die größte Bankenpleite seit dem Kollaps der Herstatt-Bank 1974 gewesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%