Kapitallücke
Wie die Commerzbank ohne Staatshilfen auskommen will

Keine Staatshilfe, keine Kapitalerhöhung. Allein der Markt soll nach Handelsblatt-Informationen das Milliarden-Loch der Commerzbank schließen. Doch die recht eigenwilligen Pläne von Chef Blessing stoßen auch auf Skepsis.
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FrankfurtMartin Blessing ist kein Mann der leisen Töne. Der Vorstandschef der Commerzbank redet mit Vorliebe Klartext. Ein Satz hat sich besonders in das Gedächtnis der Finanzmarktexperten eingebrannt. „Ich gehe da nicht noch einmal hin“, hatte Blessing Ende November gesagt. Gemeint hatte er den wiederholten Gang zum Bankenrettungsfonds Soffin - und damit den Antrag auf weitere Staatshilfen zur Erfüllung der neuen Eigenkapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht.

Die Ansage war mutig. Immerhin muss die teilverstaatlichte Commerzbank bis Ende nächster Woche der deutschen Finanzaufsicht Bafin glaubhaft erklären, wie sie 5,3 Milliarden Euro zusammenbekommen will. Keine leichte Aufgabe für eine Bank, die gerade noch mit gut sieben Milliarden Euro an der Börse bewertet ist.

Doch mittlerweile steht das Geldbeschaffungsprogramm. In wochenlanger Kleinarbeit hat Commerzbank-Chef Blessing ein Konzept entworfen, das allein auf „Marktlösungen“ beruht. „Staatliche Hilfen sind weder direkt noch indirekt Teil der Kapitalpläne“, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Auch in Finanzkreisen hieß es, „dass der Kapitalplan der Commerzbank keine Staatshilfen vorsieht“.

Bereits Anfang nächster Woche will Blessing seine Pläne Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorstellen. Der Bund ist mit 25 Prozent und einer Aktie der größte Einzelaktionär der Commerzbank.

Blessings Pläne müssen aber nicht nur den Finanzminister überzeugen, sondern vor allem die Bafin. Die Finanzaufsicht soll in den vergangenen Wochen die Commerzbank zu Nachbesserungen aufgefordert haben. Man sei mit der Bafin auf einem guten Weg, hieß es gestern auf Nachfrage in der Commerzbank. Der Unions-Fraktionsvize Michael Meister teilt diesen Optimismus. „Herr Blessing tut alles, um weitere Staatshilfe zu vermeiden. Ich bin optimistisch und hoffe, dass die Bank das, was sie kommuniziert, auch so umsetzt“, sagte Meister dem Handelsblatt.

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„Die Bafin wird streng prüfen“

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  • ..
    aktien werden gekauft - wenn die kanonen knallen..
    dh.. wenn es schlechte nachrichten hagelt bzw. das
    börsenumfeld negativ ist..
    .
    .
    dieses sind zzt. druckindustrie
    und die banken.................
    ..
    meine grössten positionen .. HEIDELDRUCK
    ............................ COBANK
    ..
    an beiden unternehmen ist die allianz be-
    teiligt, somit besteht eine gewisse sicher-
    heit..
    ..
    die extremen kursrückgänge und die hysterie
    der privatanleger sind die besten kaufargu -
    mente..
    ..
    heideldruck..2012..drupa..gewinnschwelle..
    ...........manroland..insolvent..
    ..
    cobank.....kursverfall wegen stresstest
    ...........keineswegs gerechtfertigt...
    ...........keine insolvenzgefahr ..!!!
    ...........kurspotential.

  • Nachdem die Parasiten des Aktienmarktes die Aktionaere terrorisiert und sich am Kursverfall gemaestet haben, wird langsam die Realitaet Einzug halten. Die Commerzbank ist die 2. groesste Bank in D, macht operativ Gewinn und restrukturiert ihre Bilanz, sodass bis 30.06.2012 die unsinnigen Anforderungen der EBA ohne Staatshilfen erfuellt werden. Zudem wurden die Risiken (z.B. Griechenland) in 2011 massiv reduziert. Falls da keine neuen Ueberaschungen seitens der Politik kommen, wird die Commerzbank dacher 2012 einen schoenen Gewinn einfahren, was zu einer Neubewertung und zum Kursanstieg fuehren wird - es sei denn, die Welt geht unter oder D wird kommunistisch...

  • DER PLAN DES SIR FRANCIS DRAKE
    Während ein Draghi von Anleitung der Banken zur Kreditvergabe redet geht man hier den Weg der radikalen Kreditminimierung. Klasse!
    Statt Anleihen zwecks Vertrauensschutzes zu stabilisieren kommen sie zwecks Kursgewinn unter den Hammer. Toll!
    Wenn das BMFin über was nachdenken will, dann über die Rolle der Allianz.
    DIE KURZE SICHT - DIE LANGE SICHT

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