Katastrophen
Größtes Risiko für Munich Re ist Hurrikan

Ein Hurrikan in den USA käme den Rückversicherer weit teurer zu stehen, als das Beben in Japan.
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FrankfurtEin Hurrikan in den USA könnte Munich Re schlimmer treffen als das Beben in Japan. „Da kalkulieren wir mit maximal etwa drei Milliarden Euro bei den extremsten Szenarien eines Sturms“, sagte Munich Re-Vorstand Ludger Arnoldussen in einem Interview mit dem Handelsblatt. Das Beben in Japan kostet den weltgrößten Rückversicherer nur etwa die Hälfte davon: rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Hurrikan-Saison über dem Atlantik hat gerade begonnen. Sie war im vergangenen Jahr sehr glimpflich abgelaufen, weil viele Stürme bewohnte Gebiete in den USA verschonten. Sollte sich dies im laufenden Jahr ändern, wäre dies schlecht für die Katastrophenspezialisten. Bereits die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überflutungen in Australien hatten die meisten der rund 40 weltweit tätigen Rückversicherer im ersten Quartal in die roten Zahlen getrieben. Munich Re hatte im ersten Quartal einen Verlust von fast einer Milliarde Euro gemeldet.

 Arnoldussen hat jedoch keine Furcht, dass in einem Jahr alles zusammenkommt, also ein Superbeben, ein gewaltiger Wintersturm und ein Megahurrikan. „Theoretisch ist das möglich, aber extrem unwahrscheinlich“, sagte er. „Doch selbst das würden wir verkraften.“ Seine Gelassenheit erklärte er mit strikten Regeln, die im Konzern gelten würden. Eine davon sei, die Risiken zu streuen. Die zweite Regel sei: Wenn die Schäden hochgingen, stiegen über kurz oder lang auch die Preise für die Deckungen durch die Versicherer.

„Wir hatten schon ein paar Katastrophen, wo die Preise nicht reagiert haben“, sagte Arnoldussen. „Aber in Japan sind nach dem Beben die Preise bei Erdbebenverträgen um bis zu 50 Prozent gestiegen.“ Auch bei Sturmdeckungen, die direkt nichts mit dem Erdbeben zu tun hätten, seien die Preise in Japan um etwa fünf Prozent gestiegen. Der weitere Preistrend im Markt werde sich bei den Verträgen zeigen, die zum 1. Juli verlängert werden müssten. Dazu gehörten große Teile des US-Katastrophengeschäfts sowie Australien/Neuseeland. „Wir sehen eine Kehrtwende am Markt, insbesondere bei weltweiten kapazitätsgetriebenen und von Schäden belasteten Segmenten“, sagte Arnoldussen.

 

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