Kaum Schäden Finanzbranche war auf GM-Pleite vorbereitet

Der Schaden aus der Insolvenz des US-Automobikonzerns General Motors für die Finanzwirtschaft scheint sich in Grenzen zu halten. Die professionellen Investoren sind überwiegend abgesichert und auch die Deutsche Bank taucht zwar in der Gläubigerliste auf, ist aber nicht direkt engagiert.
Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat durch die GM-Pleite nur minimale Verluste zu befürchten. Quelle: Reuters

Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat durch die GM-Pleite nur minimale Verluste zu befürchten.

(Foto: Reuters)

FRANKFURT. Der Schaden aus der Insolvenz des US-Automobikonzerns General Motors (GM) für die Finanzwirtschaft scheint sich zunächst in Grenzen zu halten. Professionelle Investoren haben sich zumindest zum Teil über Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) vor der Pleite abgesichert. Nach Angaben des Abwicklungshauses DTTC stehen CDS-Kontrakte auf GM über 35 Mrd. Dollar aus. Dabei gibt es allerdings viele Geschäfte, die sich gegenseitig aufheben. Netto bleiben so 2,3 Mrd. Dollar an tatsächlicher Absicherung übrig.

„Viele Banken, vor allem die großen Marktteilnehmer, haben wohl auf der einen Seite Kreditausfallschutz ge- und auf der anderen Seite verkauft, so dass sie unter dem Strich keine offenen Positionen haben“, meint Frank Cerveny, leitender Analyst bei der DZ Bank. Daten dazu, welche Investoren sich über CDS abgesichert haben und welche die Versicherungen zahlen müssen, gibt es nicht. In diesem und im vergangenen Jahr gab es insgesamt schon 40 Firmeninsolvenzen, bei denen Investoren über CDS abgesichert waren. GM gehört zu den größeren Fällen.

Die Deutsche Bank taucht zwar auf der Gläubigerliste von GM mit 4,4 Mrd. Dollar auf, allerdings tritt das Institut nach Angaben aus Finanzkreisen nur als „fiscal agent“ in Erscheinung, was ungefähr einer Treuhänder- bzw. Verwahrfunktion gleichkomme. Dabei gehe es überwiegend um Bonds, die die Bank verwalte. Aus dem eigenen Portfolio der Bank erwarten Finanzkreise keine Belastungen, weil die Positionen abgesichert seien.

Unterdessen verlangen einige Anleger von ihren Banken Schadenersatz angesichts der fast wertlosen GM-Anleihen. Die Kanzlei Nieding + Barth vertritt dabei eine Gruppe von deutschen privaten und institutionellen Investoren. „Für diese Anleger werden wir klagen, wenn wir nicht außergerichtlich mit den betroffenen Banken eine Einigung finden“, kündigte Anwalt Klaus Nieding im Magazin „WirtschaftsWoche“ an.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%