Kein Kommentar von der Bank: WestLB trennt sich von Verlustbringer Boxclever

Kein Kommentar von der Bank
WestLB trennt sich von Verlustbringer Boxclever

Der Schrecken hat offenbar ein Ende: Die finanziell angeschlagene WestLB hat einem Pressebericht zufolge ihren Verlustbringer Boxclever an die Investorengruppe Fortress Investments verkauft. Der Einstieg bei dem Fernsehverleiher gilt als eine der spektakulärsten Fehlinvestitionen der Bank.

HB DÜSSELDORF. Der Preis soll bei rund 350 Mill. Pfund (518 Mill. €) liegen, berichtet die Zeitung „FTD“ unter Berufung auf Finanzmarktkreise. Insgesamt hatte die WestLB rund 860 Mill. Pfund in das britische Unternehmen investiert und dabei auf einen späteren Gewinn bringenden Verkauf ihres Engagements gehofft. Die Bank wolle sich nicht zu dem Bericht äußern, sagte ein Sprecher am Montag in Düsseldorf.

Mit dem Verkauf von Boxclever würde sich die WestLB vom größten Verlustbringer trennen. Das Unternehmen ist Teil des Londoner Principal-Finance-Bereichs, den die Investmentbankerin Robin Saunders aufgebaut hatte. Saunders hatte die WestLB zur Jahreswende verlassen, nachdem in dem Bereich Millionen-Verluste aufgelaufen waren. Abschreibungen auf die Aktivitäten bei Boxclever in Höhe von 650 Mill. € hatten 2002 wesentlich dazu beigetragen, dass die fünftgrößte deutsche Bank in eine Schieflage geriet. Vor Steuern hatte das Düsseldorfer Geldhaus mit 1,7 Mrd. € den größten Verlust in der Firmengeschichte eingefahren. Auch 2003 soll ein Milliardenverlust aufgelaufen sein.

Die WestLB will sich von den Beteiligungen trennen und hatte dazu in der Vergangenheit immer wieder mit Investoren verhandelt. Im vergangenen November hatte das Institut das Principal-Finance-Engagement Pubmaster veräußert. Unter der Führung des neuen Bankenchefs Thomas Fischer wird sich die WestLB künftig mit einem abgespeckten Auslandsgeschäft stärker auf die Sparkassen und seine mittelständischen Kunden konzentrieren.

Wegen der hohen Verluste wird seit Monaten außerdem über eine Kapitalerhöhung spekuliert. Einer der Eigentümer, der Westfälisch-Lippische Sparkassenverband, hat vor wenigen Tagen seine Bereitschaft signalisiert, Geld in das Unternehmen einzuschießen. Die übrigen Anteilseigner, der Rheinische Sparkassenverband sowie das Land Nordrhein-Westfalen und die beiden Landschaftverbände aus dem Rheinland und Westfalen/Lippe haben sich bislang nicht geäußert.

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