Keine ausreichenden Gewinne zu erzielen: Münchener Rück gibt Teilgeschäft in den USA auf

Keine ausreichenden Gewinne zu erzielen
Münchener Rück gibt Teilgeschäft in den USA auf

Der weltgrößte Rückversicherer zieht sich aus der Haftpflicht-Erstversicherung in den USA zurück. Damit gibt die Münchener Rück einen kleinen Teil des US-Erstversicherungsgeschäfts auf, in dem der Konzern keine ausreichenden Gewinnaussichten sieht.

HB MÜNCHEN. Betroffen sei ein kleiner Ausschnitt des Direktgeschäfts der Tochtergesellschaft Munich American Risk Partners (MARP) mit Haftpflicht-Policen für große Unternehmen, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Montag in München. In diesem speziellen Bereich werde in den USA ab sofort kein Neugeschäft mehr gezeichnet. Die MARP gehört zur Münchener-Rück-US-Tochter American Re, deren Kerngeschäft die Rückversicherung für andere Versicherer ist.

Aus dem Haftpflicht-Geschäft verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen von 136 Mill. Dollar (gut 100 Mill. €), die Brutto-Beitragseinnahmen des gesamten Münchener-Rück-Konzerns lagen bei mehr als 40 Mrd. €. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete unter Berufung auf interne Unterlagen, die MARP fürchte die Risiken der Konzerne: „Unsere Kunden sind große Konzerne, die wegen ihres angeblichen Reichtums das Ziel von zahlreichen Schadenersatzprozessen sind“, habe die MARP-Führung an die eigenen Mitarbeiter geschrieben. Zudem seien Haftpflichtschäden in diesem Segment in der Regel sehr groß und unvorhersehbar. Dagegen wolle die MARP das Sachversicherungsgeschäft mit den Großkunden weiterführen.

Die Münchener Rück hatte bereits mehrfach angekündigt, im US-Geschäft die verschiedenen Aktivitäten zu prüfen und, falls nötig, in bestimmten Feldern kein Geschäft mehr zu zeichnen. Im vergangenen Jahr musste der Konzern die Reserven der US-Tochter American Re unter anderem für mögliche hohe Asbestschaden-Fälle um knapp eine halbe Milliarde Dollar stärken. Die Sprecherin ließ offen, ob ein Teil der neuen Reserven der American Re auch für das jetzt aufgegebene Geschäft gedacht waren.

An der Börse reagierte der Kurs der Münchener-Rück-Aktie am Montag nicht merklich auf die Ankündigung. Das Papier wurde für 93,48 € um 0,45 % schwächer gehandelt als am Freitag.

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