"Keine Bankenkrise sondern Managementfehler": Sparkassen greifen Privatbanken an

"Keine Bankenkrise sondern Managementfehler"
Sparkassen greifen Privatbanken an

In der Debatte um die aktuellen Probleme der Kreditwirtschaft haben die Sparkassen die privaten Banken scharf angegriffen. Das Gerede von einer angeblichen Bankenkrise lenke nur von Managementfehlern einiger Großbanken ab, erklärte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, am Montag der dpa in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Probleme hätten die Institute, die zu einseitig auf Investment-Banking gesetzt, den inländischen Markt vernachlässigt und zu oft ihre Strategie gewechselt haben. Hoppenstedt: „Es gibt keine Bankenkrise.“

Mit Blick auf angebliche Forderungen der Finanzbranche nach staatlichen Hilfe sagte Hoppenstedt: „Es wäre schon ein Stück aus dem Tollhaus, wenn diejenigen, die sich bisher immer strikt gegen Einflussnahme der öffentlichen Hand gewandt haben, jetzt den Staat zur Hilfe rufen würden.“ Sollte es den Vorschlag einer Risikoübernahme durch den Staat („bad bank“) wirklich gegeben haben, könnte dies allenfalls eine Notlösung zur Abwendung einer akuten, aber nicht vorhandenen Bankenkrise sein.

Die Schwierigkeiten seien nicht Folge der deutschen Struktur mit starken Sparkassen und Genossenschaftsbanken, sondern von Strategie- und Managementfehlern privater Großbanken. Die Sparkassen-Gruppe werde darauf achten, dass unter der Überschrift „Bankenkrise“ nicht der Wettbewerb verzerrt werde. Alle kreditwirtschaftlichen Gruppen hätten Sicherungssysteme. „Wenn es tatsächlich bei privaten Banken akute betriebswirtschaftliche Probleme gäbe, dann müsste diese Frage in der Sicherungseinrichtung der privaten Banken gelöst werden.“

Man könne fast den Eindruck gewinnen, dass das Gerede von einer vermeintlichen Bankenkrise Einzelnen dazu diene, den deutschen Bankenmarkt schlecht zu reden und so eigene unternehmerische Interessen zu verfolgen, sagte der DSGV-Präsident weiter. Ein solches Interesse könnten die privaten Banken haben, die besser positionierte Sparkassen und Genossenschaftsbanken übernehmen wollen.

Die privaten Banken liegen laut Hoppenstedt bei der Eigenkapitalrendite und Aufwands-/Ertragsrelation deutlich hinter der Sparkassen-Gruppe. Denn private Banken bearbeiteten nie systematisch den breiten Markt von Privatkunden und mittelständischen Firmen. Vielmehr haben sie nach den Worten Hoppenstedts immer nur versucht, „die vermeintlich rentabelsten Kundengruppen anzusprechen“.

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