Keine Staatshilfen mehr
US-Großbanken legen Notfallpläne vor

Nie wieder sollen Banken mit Steuermitteln gerettet werden. Deshalb forderte die US-Bankenaufsicht fünf Großbanken auf, eine Strategie für den Notfall aufzustellen. Die Pläne müssen binnen drei Monaten umsetzbar sein.
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CharlotteDie fünf größten amerikanischen Banken haben umfangreiche Pläne bei ihren Aufsehern hinterlegt, wie sie in einer Krise ohne staatliche Hilfe überleben wollen. Auf insgesamt 5100 Seiten schildern die Branchenriesen Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup, Morgan Stanley und JPMorgan Chase ihre Vorbereitungen für den Notfall.

Die US-Notenbank Fed und die Regierungsbehörde OCC haben diese Pläne bereits vor zwei Jahren verlangt, wie aus Dokumenten hervorgeht, die die Nachrichtenagentur Reuters erst jetzt infolge eines offiziellen Auskunftsverlangens von der Fed zur Verfügung gestellt bekam. Die umfangreichen Dokumente selbst hält die Notenbank allerdings als vertraulich unter Verschluss. Dass es sie überhaupt gibt, war bisher kaum bekannt.

Die Banken mussten darlegen, wie sie ihr Überleben sichern können, wenn sie in Schwierigkeiten geraten - etwa durch den Verkauf von Unternehmensteilen, die Erschließung neuer Finanzquellen wenn die bisherigen versiegen, oder durch den Abbau von Risiken. Das alles müsse am besten innerhalb von drei Monaten, spätestens aber in sechs Monaten umsetzbar sein.

Den Behörden geht es darum, dass die Rettung von Banken nicht - wie in der Finanzkrise geschehen - dem Steuerzahler zur Last fällt. Die Institute dürften in den Notfallplänen „keine Annahmen treffen, dass der öffentliche Sektor außerordentliche Unterstützung leiste", heißt es in den Schreiben der Fed, die Reuters vorliegen. Die Vermögenswerte in und außerhalb der Bilanz müssten zu Werten angesetzt werden, die einem Notfall angemessen seien. Die Banken und die Fed wollten sich darüber hinaus nicht zu den Überlebensplänen äußern.

Diese unterscheiden sich von den „Testamenten", die die Fed und der Einlagensicherungsfonds FDIC vor kurzem von neun großen Instituten eingefordert hatte - darunter auch die Deutsche Bank. Die „living wills" befassen sich damit, ob und wie eine Bank nach ihrem Zusammenbruch abgewickelt werden kann, ohne das Finanzsystem ins Wanken zu bringen.

In Großbritannien bestehen die „living wills" der Banken aus beiden Komponenten: einem Plan, wie sie ihr Überleben im Notfall sichern wollen, und einem Abwicklungsplan, wenn es dafür zu spät ist. Banken weltweit sind aber ohnehin dabei, Ballast abzuwerfen und sich damit für schwierige Zeiten zu wappnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Keine Staatshilfen mehr: US-Großbanken legen Notfallpläne vor"

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  • @ easyway
    Super - klar - Ostprodukte wie der Trabbi, die MZ und Eure Mikroprozessor-Produktion und natürlich Eure Glühbirnen. Davon träumt die Welt.

  • Die europäische Antwort heisst "Bankenunion". Solidarisch in den Abgrund.

  • Wer kaufte eigentlich die 1,885 Billionen US-Dollar an US-amerikanischen Staatspapieren, die im Fiskaljahr 2009 emittiert wurden?

    http://www.heise.de/tp/artikel/31/31798/1.html

    Jeder siebente US-Bürger braucht Lebensmittelhilfe

    http://derstandard.at/1334795692018/Krisenbedingt-Jeder-siebente-US-Buerger-braucht-Lebensmittelhilfe

    Die Medien tun so, als seien sie nicht betroffen und kaprizieren ihre Wohltaten aufs dokumentieren. Kaum zu fassen, daß dafür Leute Geld ausgeben.

    Der russische Experte, Igor Panarin, hat den USA gleich zu Beginn der Finanzkrise Bürgerkrieg und Zerfall prophezeit. Aber er war nicht der erste. Emanuell Todd, der Experte, der den Untergang der Sowjetunion vorher gesagt hatte, veröffentlichte bereits 2002 einen Nachruf auf die USA.

    Die neofaschistische Politik da wie hier fordert halt ihren Tribut. Da läßt sich nichts mehr reparieren und das ist eine Genugtuung.
    Die Beschleunigung des Zerfalls liegt am Exponenten.

    Man täte den USA einen Gefallen, würden sie einfach über Bord geworfen. Aber wer sollte das tun? Die absaufende EU? Das absaufende Multikulti- wir haben ja keine anderen Probleme als die Homo-Ehe-Deutschland?

    Die DDR ist untergegangen an der politischen Krise. Sie war nicht zahlungsunfähig.
    Und heute würden DDR-Produkte ein Renner. Auf den Glühbirnen, welche ich kaufen mußte, steht drauf: halten 1000 Stunden, 2 Jahre Garantie. Also entweder sind die nach 1000 Stunden im Arsch oder wenn die Garantie abgelaufen ist.
    In der DDR hielten die 25.000 Stunden.

    Ist ja auch eine Genugtuung.

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