Keine stärkere Regulierung: USA entlasten Hedge-Fonds

Keine stärkere Regulierung
USA entlasten Hedge-Fonds

Wachsamkeit statt strikter Vorschriften: Die amerikanische Regierung lässt privaten Kapitalpools die lange Leine. Gerade die Hedge-Fonds sahen sich zuletzt einer drohenden Reglementierung gegenüber. Allerdings sind diese noch nicht aus der Schusslinie.

mak/egl FRANKFURT/BERLIN. Die von staatlicher Regulierung bedrohten Hedge-Fonds können aufatmen. Die US-Regierung wird einer stärkeren Reglementierung „privater Kapitalpools, einschließlich Hedge-Fonds“ aller Voraussicht nach nicht zustimmen. Im Visier stehen Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften (Private Equity). Erhöhte Wachsamkeit sei besser als Gesetze, um das reibungslose Funktionieren von Hedge-Fonds zu garantieren, sagte US-Finanzminister Henry Paulson in Washington. Er ist Vorsitzender der „President’s Working Group on Financial Markets“, die Ende vergangener Woche ihre neuen „Prinzipien und Richtlinien für private Kapitalpools“ vorgelegt hatte. Die US-Finanzmarktaufseher beließen es bei nicht bindenden Empfehlungen an die Marktakteure.

Die Arbeitsgruppe wurde 1987 als Reaktion auf Finanzmarkt-Turbulenzen ins Leben gerufen. Der Gruppe gehören in den USA neben dem Finanzminister der Chairman der Notenbank und die Vorsitzenden der Wertpapieraufsicht (SEC) und der Aufsicht für den Warenterminhandel an. In einem Gutachten hatte die Gruppe sich 1999 gegen eine staatliche Regulierung von Hedge-Fonds ausgesprochen. Damals bedrohte die Schieflage von Long-Term Capital Management die Stabilität des Welt-Finanzsystems. Die SEC versucht aber – bisher ohne Erfolg – zur Verbesserung des Anlegerschutzes mehr Transparenz durchzusetzen.

Nur zwei Wochen nach dem G7-Treffen in Essen, an dem auch Paulson teilnahm, schaffen die Amerikaner damit neue Fakten. Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der sieben führenden Industriestaaten hatten sich sehr besorgt über die schnell wachsenden Hedge-Fonds gezeigt. In ihrem Abschlusskommunique hatten sie das bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angesiedelte „Forum für Finanzstabilität“ (FSF) beauftragt, die Fonds wegen ihrer potenziellen Risiken für das Finanzsystem unter die Lupe zu nehmen. Das Marktvolumen der weltweit fast 9 500 Fonds wird auf über 1 500 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Das FSF-Gremium soll am 29. März in Frankfurt einen Zwischenbericht beraten. Dem Vernehmen nach prüfen seine Experten zurzeit vor allem die Gewinnmargen und die Besicherungspraxis der Banken im Geschäft mit Hedge-Fonds. Sind diese nicht zu beanstanden, stellten die Fonds wahrscheinlich kein Systemrisiko für die Finanzstabilität dar, heißt es in Basel.

Kommt das FSF zu einem anderen Ergebnis, dürfte sich nach Einschätzung europäischer Aufsichtsexperten an der liberalen Haltung der USA gegenüber Hedge-Fonds jedoch wenig ändern. Diese Haltung stößt nun auch in den USA auf Kritik. So wirft der Generalstaatsanwalt des Bundessstaates Connecticut, Richard Blumenthal, der Expertengruppe „Mangel an Substanz“ vor und droht an, dass die Bundesstaaten mehr Offenlegung bei Hedge-Fonds erzwingen werden.

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