„Keine Tabus“
Österreich schließt Pleite von Alpe Adria nicht aus

Seit Monaten ringt die österreichische Regierung um ein Modell zur Abwicklung der Hypo Alpe Adria. Eine Pleite schließt Finanzminister Spindelegger nun nicht mehr aus. Befürworter sagen: Das sei die billigste Variante.
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WienÖsterreichs Finanzminister Michael Spindelegger schließt eine Pleite der angeschlagenen staatlichen Bank Hypo Alpe Adria nicht länger aus. Er wolle zwar versuchen, „mit den Banken eine Lösung mit einer Bankenbeteiligung zu finden“, sagte Spindelegger der Zeitung „Österreich“, die das Interview am Sonntag veröffentlichte. „Falls keine Lösung mit den Banken gefunden wird, ist nichts ausgeschlossen. Mir geht es darum, die günstigste Lösung für den Steuerzahler zu finden. Da gibt es keine Tabus.“

Der „Standard“ hatte vergangene Woche berichtet, die Nationalbank schätze die Kosten bei einer Pleite der Hypo Alpe Adria auf rund 16 Milliarden Euro. Diese Zahl ergebe sich aus Verlusten, die unter anderem für Eigenkapitalgeber und Gläubiger entstünden. Hinzu kämen Folgekosten von weiteren sechs bis acht Milliarden Euro - etwa durch die dann absehbaren höheren Refinanzierungskosten sowie mögliche Schieflagen weiterer Hypo-Landesbanken, die dann für die Hypo Alpe Adria einspringen müssten.

Die österreichische Regierung ringt bereits seit Monaten um ein Modell zur Abwicklung der von der BayernLB in einer Notaktion übernommenen Bank. Neben verschiedenen Szenarien für eine Abbaugesellschaft mit und ohne Beteiligung privater Banken wird auch immer wieder über eine Pleite der Hypo diskutiert - mit dem Argument, dies sei die billigste Variante.

Hintergrund ist ein erbitterter Rechtsstreit mit der BayernLB um die Rückzahlung von milliardenschweren Krediten. Die Österreicher wollen die Darlehen mit Verweis auf die Schieflage der Hypo nicht zurückzahlen. Bei einer Pleite der Bank wären die Ansprüche der Bayern wohl hinfällig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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