Kenichi Watanabe
Nomura-Chef stolpert über Insiderhandels-Affäre

Der Chef der japanischen Investmentbank Nomura Holdings räumt seinen Posten und mit ihm geht sein engster Mitarbeiter. Der amtierende Chef der Handelssparte soll offenbar die Führung der Bank übernehmen.
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TokioDer Chef der japanischen Investmentbank Nomura Holdings ist über eine Insiderhandels-Affäre gestolpert. Kenichi Watanabe und sein engster Mitarbeiter Takumi Shibata hätten am Donnerstag ihren Rücktritt eingereicht und damit die Verantwortung für den Skandal übernommen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ soll der erst seit März amtierende Chef der Handelssparte, Koji Nagai Watanabes Nachfolger werden. Nomura kündigte für den Vormittag (MESZ) eine Pressekonferenz an, auf der es um die internen Untersuchungen in der Affäre und die Management-Struktur gehen sollte. Der Rücktritt des 59-Jährigen Watanabe, dem eine Neigung zu Alleingängen nachgesagt wird, war weithin erwartet worden.

Nomura hat zugegeben, dass die Bank Hinweise über geplante Kapitalerhöhungen der Energieunternehmen Inpex und Tokyo Electric Power sowie der Bank Mizuho Financial unerlaubt weitergegeben hatte. Der Skandal hat die Bank bereits mehrere Kunden gekostet.

Watanabe kam 1975 zu Nomura und wurde vor vier Jahren Chef des Institutes. Er ist der Architekt der Übernahme von großen Teilen der US-Investmentbank Lehman Brothers nach deren Zusammenbruch 2008. Bei Nomura waren das Europa- und das Asien-Geschäft von Lehman gelandet, doch die damit verbundenen Hoffnungen hatten sich allenfalls teilweise erfüllt. Watanabes Abschied stellt nun seine weltweite Expansionsstrategie infrage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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