Kernkapitalstärkung
NordLB will Eigenkapitallücke ohne Hilfen stopfen

Die NordLB will die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA geforderte Stärkung des Kernkapitals ohne erneute Hilfen des Landes stemmen. Geplant sei ein Maßnahmenbündel, das fristgerecht greifen soll.
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Frankfurt/HannoverDie Norddeutsche Landesbank will ihr Eigenkapital vor allem mit Hilfe ihrer Eigentümer um eine Milliarde Euro aufstocken und damit die Anforderungen der europäischen Bankenaufseher übererfüllen. Durch die Anpassung Stiller Einlagen, das Einbehalten von Gewinnen und den Verkauf von Beteiligungen werde die harte Kernkapitalquote bis 30. Juni voraussichtlich auf 9,5 Prozent steigen, teilte die Norddeutsche Landesbank am Freitag mit. Ein entsprechendes Konzept sei der deutschen Finanzaufsicht zugesendet worden. „Wir werden die Kapitalanforderungen der EU vollständig und fristgerecht erfüllen“, sagte NordLB-Chef Gunter Dunkel. Trotz des schwierigen Marktumfelds arbeite die Bank weiter profitabel.

Die europäischen Bankenaufsicht EBA verlangt von den größten Banken bis Mitte 2012 ein Kapitalpolster von neun Prozent, damit sie wetterfest für künftige Krisen sind. Bis Freitag mussten die 31 Institute, bei denen ein Kapitalbedarf festgestellt wurde, bei ihren nationalen Aufsehern Pläne einreichen, wie sie dieses Ziel erreichen wollen. Bereits am Donnerstag hatte die Commerzbank erklärt, dass sie ihr Kapital um mehr als die geforderten 5,3 Milliarden Euro aufstocken will. Die Deutsche Bank hat ihre Lücke von 3,2 Milliarden vermutlich schon Ende 2011 durch einbehaltende Gewinne gefüllt.

Bei der NordLB hatte die EBA im Dezember eine Kapitallücke von 2,5 Milliarden Euro diagnostiziert - die drittgrößte unter den deutschen Banken. Bereits im vergangenen Jahr wurden 1,67 Milliarden Euro Kapital in die Bank gepumpt. Das Land Niedersachsen und die Sparkassen hatten dazu stille Einlagen umgewandelt und zudem über 500 Millionen Euro frisches Geld zugeschossen.

Angesichts der Schuldenkrise hatte die EU die Kapitalanforderungen für Banken im Oktober 2011 aber noch einmal verschärft. Bis zum 30. Juni diesen Jahres müssen Institute danach eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent aufweisen - stille Einlagen werden dabei nicht berücksichtigt.

Statt der fehlenden 820 Millionen Euro will sich die Bank nun eine weitere Milliarde Euro Kernkapital besorgen. Der Großteil davon soll durch die Umwandlung weiterer Stiller Einlagen in hartes Kernkapital zusammenkommen, das bei Bedarf zum Ausgleich von Verlusten verwendet werden kann. Die NordLB verfügt noch über Stille Einlagen von rund zwei Milliarden Euro. Der Großteil davon stammt vom Land Niedersachsen, der Rest von Sparkassen und institutionellen Investoren.

Die NordLB äußerte sich nicht dazu, wer wie viele Einlagen umwandeln wird. Die Bank will zudem Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe einbehalten und möglicherweise kleinere Beteiligungen verkaufen. „Wir haben uns mit unseren Trägern über die Vorgehensweise verständigt und besprechen jetzt die weiteren Schritte mit der Aufsicht“, sagte Bankchef Dunkel.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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