KfW-Chef Schröder
„Restrukturierung der Banken hat erst begonnen“

Laut Ulrich Schröder leidet die Banken-Branche unter einer umfassenden Vertrauenskrise. Im Interview mit dem Handelsblatt warnt der KfW-Chef vor einem langen Restrukturierungsprozess.
  • 3

Weniger Jobs, weniger Gehalt und für die Kunden schlechtere Konditionen. Der Beruf des Bankers verliert an Bedeutung und Attraktivität. Das macht der Chef der größten staatlichen Förderbank KfW im Interview mit dem Handelsblatt deutlich. Ulrich Schröder: „Die Banken befinden sich in einem tief greifenden Restrukturierungsprozess, der gerade erst begonnen hat.“

Schröder warnt, dass die Banken im Kern unter einer Vertrauenskrise der Investoren leiden – auf der Fremd- wie auf der Eigenkapitalseite. „So brutal das ist. Viele Banken stehen vor der Herausforderungen die Bilanz zu schrumpfen und ihr Finanzierungsproblem durch verstärkten Einsatz besicherter Refinanzierungsinstrumente zu lindern.“ Schröder sagte weiter, dass es das Ziel der Finanzwirtschaft sein müsse, dass der Zugang der Banken zu unbesicherten Refinanzierungen mittelfristig wieder hergestellt wird. Sonst werde keine Bank erfolgreich operieren können.

Von den Finanzierungsproblemen der privaten Geldinstitute ist die KfW selbst ausgenommen. „Denn mit der Garantie des Bundes lebt es sich in der Tat momentan sehr angenehm.“ Die KfW ist die drittgrößte und zweitprofitabelste Deutsche Bank mit einem Gewinn von über zwei Milliarden Euro in diesem Jahr. Des Weiteren plant die Bank allein im kommenden Jahr rund 500 Mitarbeiter einzustellen.

Bauer Thomas, Reporter Finanzzeitung Frankfurt
Thomas Bauer
HB Redaktion Finanzzeitung / Reporter Finanzzeitung Frankfurt

Kommentare zu " KfW-Chef Schröder: „Restrukturierung der Banken hat erst begonnen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Anmerkung: zweit profitabelste Bank nach Abzug aller Verluste, die ja von der lieben Steuergemeinde bezahlt werden ;-)
    Desweiteren ist das eine gute Nachricht, wenn Herr Schröder schwarz malt, kann es so schlecht nicht aussehen..

  • Das Geschäftsmodell der KfW ist erfolgreich, weil es nutzbringend für die Realwirtschaft war und ist. Solange die IKB das gleiche Geschäftsmodell wahrte, war sie ebenfalls erfolgreich; sie geriet in schwere See, als sie sich realwirtschaftsfernen Geschäften zuwandte. Sparkassen und Volksbanken haben - ungeachtet der vorteilhaften Gewährsträgerhaftung - wegen ihres spekulationsfernen Kerngeschäftsmodells ebenfalls keinen erdrückenden Restrukturierungsbedarf. Zukunftsträchtig erscheint mir das Industriebankmodell nach dem Vorbild der Automobilindustrie wegen seiner Nutzensteilung. Sinnvoll werden dort gegensätzliche Interesse miteinander verbunden: Streben nach kostengünstiger Innenfinanzierung einerseits und vergleichsweise attraktiven Zinsofferten andererseits.

  • dEUTSCHE BANK
    Das Erstaunlichste ist der Adressat.
    Trotzdem .... man sollte "Deutsche Bank"
    besser klein schreiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%