KfW ermöglicht ab April individuelle Zinsgestaltung bei Förderkrediten: Risikogerechter Zins dürfte Kreditangebot erhöhen

KfW ermöglicht ab April individuelle Zinsgestaltung bei Förderkrediten
Risikogerechter Zins dürfte Kreditangebot erhöhen

Mit der Einführung risikogerechter Zinsen beginnt am 1. April 2005 eine neue Ära in der Förderung des Mittelstands. Mehr Unternehmen sollen wieder einen Zugang zu Förderkrediten erhalten.

HB pk/cw FRANKFURT/M. Für viele Mittelständler sollen damit die Chancen auf eine Finanzierung steigen und auch Unternehmen mit mittlerer oder schwächerer Bonität dürften über risikogerechte Zinsen für ihre Hausbank wieder attraktiv werden. Denn jedes Unternehmen zahlt künftig seine Risikokosten über die Höhe des Zinssatzes. Da jedes Unternehmen wirtschaftlich unterschiedlich da steht, wird auch jeder Zinssatz anders sein.

Mit dem neuen Zinssystem trägt die KfW der Marktentwicklung Rechnung. Banken und Sparkassen müssen ihre Kreditvergabe stärker an Kosten- und Risikoaspekten ausrichten. Einheitliche Zinssätze sind vor allem bei schwächeren Bonitäten und weniger werthaltigen Sicherheiten nicht mehr kostendeckend. Deshalb hatten sich die durchleitenden Institute vor Ort zuletzt stark zurückgehalten beim Offerieren der KfW-Förderkredite. Das risikogerechte Zinssystem, das in enger Zusammenarbeit mit den kreditwirtschaftlichen Verbänden entwickelt wurde, trägt jetzt dazu bei, dass die mit der jeweiligen Kreditvergabe entstehenden Kosten auch individuell und verursachergerecht getragen werden.

Statt wie bisher einen Einheitszins von 5,5 Prozent zu verlangen, unterscheiden sich die Sätze künftig um bis zu drei Prozentpunkte. Beim Zinsniveau Ende vergangenen Jahres bedeutete dies, dass wirtschaftlich gut gestellte Firmen ab dem 1. April 2005 nur noch maximal 3,6 Prozent Zins zahlen müssten. Für schwache Betriebe steigen die Zinsen dagegen auf bis zu 6,7 Prozent, wie KfW-Chef Hans Reich Mitte Dezember erklärt hatte.

„Diese Differenzierung ist eine, die in der gesamten Wirtschaft stattfindet“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement bei der Vorstellung des neuen Systems. „Der bisherige Einheitszinssatz trägt den wirtschaftlichen Notwendigkeiten immer weniger Rechnung.“ Die gestaffelten Zinssätze würden nun auch jenen Mittelständlern Chancen eröffnen, die bisher nur schwer oder gar keinen Zugang zu Förderkrediten hätten.

Die Kreditwirtschaft lobte die Anpassungen. „Die Ausrichtung der Zinssätze im Fördergeschäft an der Risikosituation der Unternehmen wird von uns sehr begrüßt. Wir unterstützen dies aus vollem Herzen“, erklärte beispielsweise Dietrich Hoppenstedt, Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

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