Kinderporno-Affäre
HSH entschuldigt sich bei geschasstem Manager

Ein früherer Manager der HSH Nordbank wurde zu Unrecht beschuldigt, Kinderpornografie auf seinem Rechner zu haben. Das musste die Nordbank jetzt einräumen. Der Niederlassungsleiter war fristlos entlassen worden.
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HamburgDie krisengeschüttelte HSH Nordbank hat sich bei einem weiteren zu Unrecht entlassenen Manager entschuldigen müssen. In einer am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hieß es, der ehemalige Leiter der New Yorker Niederlassung der Bank stehe in keinerlei Verbindung zu Kinderpornografie. Das Institut bedauere ausdrücklich die Situation und die persönlichen Unannehmlichkeiten, in die der ehemalige Mitarbeiter durch die negativen Medienberichte in diesem Zusammenhang geraten sei. Zuvor hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft den Manager bereits entlastet.

Der Niederlassungsleiter war im September 2009 fristlos entlassen worden. Am gleichen Tag hatte Medienberichten zufolge ein 13-köpfiges Team von Mitarbeitern der Bank und der Detektei Prevent dessen Büro in New York gefilzt. Dabei sollen auf dem Bürocomputer E-Mails gefunden worden sein, die zu Kinderporno-Fotos führten. In der Ehrenerklärung der Bank heißt es nun: „Nach eingehender Prüfung der Umstände, die zur Entlassung des ehemaligen General Managers ihrer Filiale in New York geführt haben, kommt die HSH Nordbank zum Schluss, dass der damalige Niederlassungsleiter in keinerlei Verbindung zu jeglicher Kinderpornografie steht.“ Die HSH hatte stets bestritten, den Verdacht gestreut zu haben.

Im vergangenen Sommer hatte sich das Institut mit dem ehemaligen Mitarbeiter auf einen Vergleich geeinigt. Ihm soll eine millionenschwere Abfindung gezahlt worden sein.

Auch der frühere IT- und Personal-Vorstand Frank Roth war von der HSH zu Unrecht geschasst worden. Die Nordbank hatte den Manager im April 2009 unter dem Verdacht entlassen, er habe unerlaubt Informationen an Journalisten weitergegeben.

Ermittlungen der schleswig-holsteinischen Generalstaatsanwaltschaft entlasteten Roth jedoch. Der Manager erhielt ebenfalls eine millionenschwere Abfindung von der Bank.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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