Kirch-Prozess der Deutschen Bank
Das Tauziehen geht weiter

Der Kampf zwischen der Staatsanwaltschaft und mehreren Ex-Topbankern der Deutschen Bank geht weiter. Aber äußerst zäh: Der geladene Zeuge verspätet sich – und und hat dann beeindruckend große Erinnerungslücken.

MünchenDie Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer Hintergedanken hatte, als er am 3. Februar 2002 das folgenschwere Interview mit Bloomberg führte, das nach Einschätzung des Medienunternehmers Leo Kirch zu dem Zusammenbruch seines Konzerns führte.

Ein ehemaliger Investmentbanker der Deutschen Bank namens Christian Juan Graf Thun-Hohenstein, der bis 2004 bei der Deutschen Bank im Investmentbanking als Chef des Medienteams gearbeitet hatte, sollte das am Dienstag als Zeuge bestätigen, hoffte die Anklage.

Schließlich hatte der Banker nur wenige Tage vor dem Interview eine Mail an Breuer geschickt, in der ein Interesse der Deutschen Bank an einem Restrukturierungsmandat deutlich wurde. Man wolle als „Restrukturierungsberater" für die Kirch-Gruppe auftreten, wird die damals intern verschickte Mail im Gericht verlesen, man habe dafür „Unterstützung, Glaubwürdigkeit und Know-how“.

Auch eine Präsentation mit dem Titel „German Media“ machte im Gericht die Runde – erarbeitet vom Medienteam der Deutschen Bank. Zudem hatte der Investmentbanker in einer früheren Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft ausgesagt, der Auftrag für die Restrukturierung Kirchs müsse direkt vom Vorstand oder zumindest seinem Chef gekommen sein.

Doch der in London lebende Banker ließ sich zunächst nicht blicken: Er werde sich wegen des schlechten Wetters verspäten, meldete er sich beim Gericht. Und auch als er dann erschien – gekleidet in einem dunkelblauen Nadelstreifenanzug mit Froschkrawatte – brachte der 55-Jährige wenig Licht ins Dunkel.

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Das Tauziehen geht weiter

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Die Erinnerung stockt

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